Er war bereit. Bereit, den nächsten Angreifer seine leichtsinnige Tat bezahlen zu lassen. Er wollte Antworten, er wollte es wissen. Gang um Gang, dem er folgte. Biegung und Rundung, die er überwand. Ein jedes Mal in Erwartung die Muskeln gespannt und die Sinne aufs Äußerste gereizt. Doch man tat es nicht. Keiner erfüllte ihm den Wunsch und versuchte es erneut. Keine raschelnden Geräusche, kein Kratzen, das die bedrohliche Anwesenheit eines hinterhältigen Angriffes ankündigte.

Nichts. …

Athalon kam sich lächerlich vor. Er, konzentriert und die Hand auf der Waffe, schlich im Dunkeln an den Wänden vorbei. Einem Dieb gleich, stahl er sich in das Unbekannte. Aber er durfte es nicht anders machen. Nur ein Fehler reichte, um das Leben zu beenden. Einmal unaufmerksam, nur einmal nicht reagiert und die Seele ging zum Himmel oder zur Hölle.

An beides glaubte er noch immer nicht. Dass es Dämonen gab, wusste er aus eigener Erfahrung. Aber sie durften nicht in dieser Welt sein. Sein Vater hatte sein Leben geopfert, um den Bann aufrecht zu erhalten. Aber sie waren hier. Ohne Zweifel. War es jetzt an ihm, das Opfer des Vaters zu wiederholen? Wäre er bereit dazu? Sein Leben zu lassen, um der Welt das Grauen zu ersparen, dem sich sein Vater hingegeben hatte? Eine Frage, die er lieber später beantworten wollte. Nicht jetzt. Nicht mit so etwas die Gedanken hemmen. Für Moral und Verantwortung war auch später noch Zeit. So hoffte er zumindestens.

Trippelnde leise Schritte auf kaltem Stein. Schwarzes Fell, dunkle Augen und Nüstern, aufgeregt in jede Richtung schnüffelnd.

Sie huschten zu Mehreren vorbei. Ratten. Seine Begleiter und Weggefährten, so schien es. Und weit und breit die einzigen Lebewesen hier. An der nächsten Biegung wandte er sich nach Rechts. Einer Ahnung, einem Gefühl folgend und er hatte richtig gewählt. Er erreichte einen Raum, hohe Decken und breit in der Tiefe. Unbedeutend, nur ein Hohlraum im Felsen. Wenn nicht noch mehr darin gewesen wäre.

In der Mitte ein Loch im Stein. Ein paar Zoll breit, gleichmäßig zum Kreis geformt. Dies hatten Wesen mit Verstand erschaffen. Darin, … die Quelle von Ekel, Abneigung und Skrupel, denen er nicht mehr unterlag. Weiß und glatt poliert, wie abgenagt, aus reinem Material. Knochen in jeder Größe. … Menschenknochen. Die Opfer aus dem Dorf, die verschwunden waren.

Um diese Vertiefung im Boden, Symbole in dunkelroter Farbe hingeschmiert. Mit dem Blut der Toten gezeichnet. Dreiecke, Kreuze, in der Form verändert. Nicht von dieser Welt. Athalon hatte solche Zeichnungen schon gesehen. Als Kind. … Nur schwach erinnerte er sich noch daran. Die Bedeutung zu verstehen war ihm verwehrt. Auch hier, der Ursprung nicht von hier. Von drüben. Genau wie die Dämonen.

Ein klirrendes Geräusch, blechern und hohl, tief aber singend wie ein Glockenspiel.

Er fuhr herum und es erklang schon wieder. Nur den Schatten von Weiß, den wehenden schwarzen Haaren, konnte er erhaschen, der hinwegeilte. Er spurtete los, folgte den Tönen, die an ein Lachen erinnerten. Zurück an der Biegung, ging es diesmal nach links. Das Lachen wurde leiser, ertönte nur noch wie ein Flüstern. Sehen konnte er sie nicht mehr. Er beschleunigte, damit rechnend, dass er in eine Falle tappte. Aber keiner griff an, er sah sich nur von der eigenen Eile bestraft. Der Pfad endete an einem Vorsprung. In letzter Sekunde stoppte er, bevor er hinunter stürzen konnte.

Wieder das Lachen und diesmal erblickte er sie dort unten. Eine Frau. … Weiße Haut, überirdisch scheinend in dieser Dunkelheit. Schwarze Augen, ohne die Spur von Menschlichkeit, schwarze Haare und ein roter Mund, der sich erneut öffnete: “Mein Bruder. Deine Welt erwartet Dich. Unzählige mussten getötet werden, damit nur Du hier erscheinst.” Sie lachte und die Höhle gab es im verstärktem Hall wieder. Dann drehte sie sich tänzelnd und verschwand in der Wand. Sie ging einfach darauf zu und war nicht mehr zu sehen.

Athalon hatte schon so Einiges gesehen, aber so etwas noch nicht. … Sie nannte ihn Bruder.

Er nahm Anlauf und sprang. Wissentlich setzte er nun seine Kräfte ein. Ein Niemand hier, der ihn verraten konnte. Und sie sollte ihm nicht entweichen. Er landete nur leicht und ohne Aufprall, wie es ein Sprung aus 100 Meter Höhe als Tribut gefordert hätte. Der Boden unter seinen Füßen verformte sich, wurde zu einer schwarzen Masse, die ihn begrüßte, auffing und wieder verschwand.

Er ging direkt zu der Stelle, wo sie verschwunden war. Jetzt sah er es. Nicht in die Wand, in eine Oberfläche, die darüber gezogen, wie flüssig sich noch bewegte, war sie gegangen. Ein Portal…

Auch das durfte es nicht geben. Nicht mehr. Athalon ging hinein, startete die Reise, die ihn sehr wohl auch zu seiner eigenen Vergangenheit führen konnte.

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Categories: Dämonenjäger

Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."