Vergesslichkeit ist ein übel, das ein Jeder zu beseitigen versucht. Selbstredend ist das auch nicht das Thema der kurzen Sätze, der kleinen Abschnitte. Es geht um etwas Anderes. Das „Vergessen“ an sich.

Richtig eingesetzt, ist es kein Übel, sondern Mittel als auch Zweck, um die Zukunft, die irgendwann Gegenwart wird, nicht mit Vergangenheit zu belasten. Denn dann kann sie niemals bei null anfangen, sondern beginnt im Negativ.

Was also könnte es sein, das man vergessen muss? Sollte oder auch darf ?

Ein beliebtes Thema ist die Kindheit.

Meine Mutter hat mir das immer verboten. Sie war ungerecht, nie war ich ihr genug.“ Nur als Beispiel, wie man es oft hört. Nun, ganz sicher belastet das in der Gegenwart und ebenso in einer Zukunft.

Hören Sie einen Namen und er erinnert Sie an eine Verflossene, die Sie nur ausgenutzt und betrogen hat?

Hören Sie einen Satz, eine Formulierung und so gleich erinnern Sie sich an etwas und gehen an die Decke?

Es gibt und gäbe unendlich Beispiele dazu. Nur Sie selber kennen die eigenen Themen, die eine offene Wunde der Vergangenheit beherbergen.

Das schlimme daran?

Im Grunde ist es nicht fair. Eine neue Nathalie, die ich kennen lerne, ruft sogleich den Vergleich mit schlechter Erinnerung hervor. Sie kann nicht neutral beginnen. So ist es mit Situationen und Momenten, die unter normalen Umständen sonst eine positive Erfahrung hervor bringen könnten.

Wohl oder übel werden Sie sich selber stellen müssen. Und egal wie unfair man Sie mal behandelt hat. Egal, wie ausgenutzt oder unterdrückt Sie wurden.

Haken Sie es ab. Legen Sie es zu den wertvollen Erfahrungen und behalten Sie Erinnerung. Aber die negativen Emotionen, Rachegedanken, Trauer, Leid, die sind Vergangenheit. Sie waren einmal wichtig, waren von existentieller Bedeutung.

Jetzt aber?

Wenn Sie es nüchtern betrachten, nun, dann behindern sie nur. Es ist eine Last, die Ihnen nicht nützt. Wenn Sie können, vergeben Sie. Ohne diese Erfahrungen wären Sie unter Umständen nicht so sensibel, so aufmerksam, (im Guten) strebsam. Es hat so oder so alles eine Wirkung. Nur ob Behinderung oder Erleichterung im Fallenlassen … Sie alleine entscheiden.

Zukunft ist ein Tor, das sich öffnet. Befindet sich ein Abgrund davor, ist das Fallen vorprogrammiert.

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Categories: Glück

Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."

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