Urplötzlich hörte jede Existenz auf. Athalon fühlte nichts mehr. Keine Wärme, keine Kälte. Er wurde hineingezogen in eine Dunkelheit, befand sich in einem Raum der Schwärze, dem Nichts. Kein Wesen, keine Form um ihn herum. Einfach … nichts.

Dann blitzten Lichter auf, die Umgebung verfärbte sich in jede Farbe, die möglich war. Es bildete sich ein Tunnel. Aber er spürte keine Bewegung. Nur am Lichtspiel der bewegten Begrenzungen, konnte er sehen, dass es vorwärts ging. So rasant, so schnell, dass er nicht mal für eine Sekunde erkennen konnte, was die Lichter wiedergaben, woran er da vorbeiflog.

So schnell, wie es angefangen hatte, endete es auch wieder. Er wurde ausgespuckt, schaffte es im Reflex die Arme nach vorne zu strecken und landete ungebremst in trockenem Erdreich. Steine gruben sich schmerzhaft in seine Handflächen, er küsste wortwörtlich den Boden und schmeckte die Erde. Er richtete sich auf, schwankte leicht, noch benommen und wischte sich den Dreck vom Mund. Ein paar Mal spuckte er aus, dann verschwand auch der trockene Geschmack. Er blickte sich um.

Athalon war angekommen. Ob es das Ziel war oder nur ein Irrweg, woher sollte er das jetzt wissen?

War dies der Ort, den sein Vater damals besucht hatte? Die verdammte Dimension, vor der er ihn immer gewarnt hatte? Wo er sie traf, die Königin der Dämonen, die ihn versuchte und verführte? Bis sein Vater willenlos nachgab. Eine Schwäche, eine Hingabe des bloßen Aktes, dem er selber entstammte. Jahre, Jahrzehnte hatte Athalon nicht mehr an ihn gedacht. Ihn vergraben in seinen Erinnerungen. Ihn vergessen und jeden neuen Gedanken verwehrt. Und jetzt? Eine Frau, die ihn Bruder nannte, unentwegte Gedanken, die ihn in das Vergessene trieben. Wieso nur? Er hatte doch Wichtigeres zu tun.

Es war Nacht, wie auch vorher schon. Sternenklar und voll der glitzernden Punkte am Himmel. Er befand sich auf einer Ebene, weit und breit nur trockene Erde. In Entfernung, zur Rechten, die dichten Bäume eines Waldes. Am Horizont, nur leicht zu Erahnen, Türme, Mauern und grell leuchtende Lichter. Aber nirgendwo eine Spur der Frau, die sich als seine Schwester ausgegeben hatte.

Er überlegte nicht lange und machte sich auf den Weg. Wenn er Informationen wollte, dann bekam er sie nur unter Menschen. Sofern sie dort lebten. Er wusste ja noch nicht einmal, wo er gelandet war. Ob es der gleiche Planet war oder eine andere Dimension? Nur weitere Fragen, auf die er Antworten haben wollte.

Um so näher er den Werken aus Stein kam, umso mehr konnte er auffangen. Wispernde Stimmen, Gelächter und das Brüllen der Marktschreier. Musik, singende Frauen und ab und zu das Prusten eines Pferdes. Gelallte Worte der Betrunkenen und das Scheppern von Rüstungen. Gewohnte Klänge. Die Klänge einer Menschenstadt.
Ein breites Holztor, beschlagen mit dicken Eisenstiften. Natürlich verschlossen, wie konnte Athalon auch etwas Anderes erwarten? Er stoppte und schlug nur leicht gegen das Holz. Eine unnötige Geste, denn man hatte ihn sicher schon gesehen. Die Tatsache, dass ihm keine Pfeile entgegenflogen, konnte ein gutes Zeichen sein. Und wirklich. Oben am Rande der Mauer bückte er sich herunter. Augenpaare, die ihn musterten, ein Helm auf dem Haupt, eine glitzernde Rüstung auf der Brust. Ein normaler Soldat, ein Wachposten und ein Mensch.

“Was ist Euer Begehr?” Rief der Soldat herunter. Athalon konnte erkennen, wie man ihn sehr genau musterte und seine Waffen für Sekunden nur, fixiert wurden.

“Ich ersuche um Einlass, um ein Bett für die Nacht und Speise für den Abend. Einem Trunk am Ende eines erfolgreichen Tages bin ich ebenso nicht abgeneigt.” Die Floskeln zur Begrüßung, nur menschlich und zu oft gebraucht. Der Soldat entspannte sich sichtlich. Athalon hörte das Schaben seines Schwertes, als es zurück in die Scheide glitt. Und jetzt sah er auch weitere Wachposten, die zwischen den Zinnen auftauchten. Die Armbrüste, gespannt, wurden nun zu Boden gesenkt. Athalon lächelte innerlich. Natürlich hatte er sie vorher schon gespürt. Er hatte darauf gewartet, dass sie feuerten. So leichtsinnig war er nicht und ebensowenig wehrlos. Der Soldat nickte nach hinten und das Tor wurde geöffnet. Athalon trat ein und wurde überschwemmt. Kinderstimmen, wuselnde Schritte in der Erde, die ihn ermpfingen. Verludert gekleidet und doch wohlgenährt, hielten sie die offenen Hände hoch und baten um eine Gabe. In welcher Stadt gab es sie nicht? Er öffnete den Beutel am Gürtel, holte ein paar Goldmünzen heraus und ließ sie in die gierigen Hände fallen. Sie rannten los, einer biß dabei auf eine Münze, um die Echtheit zu testen. Bald schon waren sie um das nächste Haus verschwunden. Gelächter, das ihnen hinterher fegte.

Das Tor schloss sich wieder hinter Athalon und der Wachposten von eben trat an ihn heran. “Gebt Acht auf Eurer Gold. Es ist nicht klig, alle es sehen zu lassen.” Er blickte mich ernst an, schwieg eine Sekunde und wartete auf eine Reaktion, die er aber nicht von Athalon bekam. Dann fuhr er fort: “Aber viel mehr, behaltet Eure Waffen an ihrem Platz. Wir dulden keine Unruhen. Die Gesetze hier sind streng und ohne Gnade.” Zusammengekniffene Augen, die versuchten in Athalon zu lesen.

Athalon lachte, setzte eine entspannte Miene auf und sagte: “Keine Sorge. Auch ich will keinen Ärger. Bin nur auf der Durchreise und bleibe nur eine Nacht.”

“Dann ist es ja gut.” Kam es vom Soldaten und etwas freundlicher:”Das Gasthaus liegt am Marktplatz. Folgt dem Weg geradeaus.”

Athalon nickte. “Danke”, sagte er. Der Soldat neigte den Kopf kurz, fuhr herum und bestieg die Treppe zu den Zinnen. Bevor er oben war, sagte er: “Hebt einen auf mich mit.” Diesmal ein leises Lachen, das Athalon gekonnt erwiederte. Er war drin. Nur eine kleine Maskerade, ein Theaterstück ohne Leistung. Man durfte nur nicht auffallen, keinen Argwohn erwecken. Zum Gasthaus wollte ein Jeder. Warum nicht auch er? Und genau dorthin machte er sich jetzt auf den Weg. Vorbei an den kleinen Häusern aus Stroh und Kies, aus Erde und Schweiß, geformt. Manchmal, sehr selten, noch ein Fenster erleuchtet. Die Stadt schlief bereits oder sie feierte auf dem Marktplatz. Von dort kamen auch die Geräusche und Klänge, die er vorher schon aufgefangen hatte. Es war an der Zeit, sich in den Trubel zu stürzen. Unerkannt und doch mitten drin.

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Categories: Dämonenjäger

Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."