Flut der Veränderung

Nach dem Trubel kommt die Ruhe. Nach der Ebbe die Flut. Nach der Dunkelheit einer Nacht der Sonnenschein des Tages. Nach der Liebe die Trennung, dann Zeiten später wieder Liebe, dann wieder Trennung, im ewigen kleinen Kreislauf, bis man das Eine gefunden hat, nach dem man eigentlich immer gesucht hat.

So sind wir den Veränderungen von Zuständen unterworfen. Vom Extremen ins Normale. Vom Chaos der Gefühle wieder in die Normalität. Wie der Stein im Wasser werden wir von der Flut der Veränderung immer weiter abgeschliffen. Nein, nicht bis wir gefühlskalt oder gleichgültig gegen den Rest der Welt sind, sondern bis wir eine innere Ruhe entwickeln, die uns so leicht nicht mehr aus dem Rahmen fallen lässt. (Wobei der „Rahmen“ natürlich rein hypothetisch ist. Denn nur weil es einer Norm entspricht, als dieses definiert wurde, ist es so nicht immer alleinig richtig. Und nur weil verbreitet in der Gesellschaft ist es nicht als alleinige Wahrheit anzusehen. Nur das Neue, das Andere, das Verschiedene, kann uns wiederum Perspektiven eröffnen, die so nirgendwo sonst gefunden werden können. Deswegen ist aus dem „Rahmen“ fallen nicht immer schlecht. Aber das nur am Rande…)

Auf jeden Fall finden wir immer mehr unsere eigene Mitte, ruhen in uns selber. Sind gefestigt und auch stabil. Wie der Fels stehen wir in Mitten des Meeres der Veränderung und lassen es uns umspülen. Dennoch spielt das Innere mit. Passt sich an, wird hoch und runter geschickt, im Chaos durcheinander gewirbelt. Wir aber sind wie gespalten von unserem Selbst. Vielleicht ist es auch der Verstand, der über den Gefühlen liegt? Er bleibt nüchtern an Hand der Stürme eines Lebens.

Dabei ist dies nicht als Ziel anzusehen. Viel mehr eine Entwicklung, die wir beobachten dürfen und mit der Zeit auch nüchtern können. Wir verkommen zum Beobachter unserer Selbst. Wundern uns über die eigenen Trubel und dürfen dennoch immer wieder eine Lehre mit der Zeit daraus mitnehmen.

So brauchen wir die Flut. Das Meer der Veränderung, sonst stagnieren wir im Sumpf des Nirgendwo. Der Stillstand, das Vakuum, die ewige Gegenwart als neues Mahnmal. So sehr wir auch Trubel verabscheuen mögen, so sehr benötigen wir es, um uns weiter zu entwickeln. Der klare Geist überblickt, zieht Rückschlüsse und lernt so nur niemals aus.

Author: Nismion LeVieth

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. Des Sprechens niemals müde, des Schreibens nur in Liebe geknechtet, so gibt es Vieles, Manches noch mehr, im Namen der Dreien, die als dann nur Einer sind: Bruno T Schelig; B.T.Trybowski; Nismion LeVieth. Spuren, denen man folgen will, die findet man rein selber. Der Instinkt, an Neugier gebunden, er weist den richtigen Weg.

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