Die Wahrheit von psychisch Kranken – Vielleicht alles, was Du wissen musst

Wir tragen oft schwer an uns. Nur Momente, Augenblicke, Sekunden der Wahrnehmung und wir stecken in etwas fest, das wir nicht unter Kontrolle haben. Was dann folgt ist psychotisches Erleben, eine Panikattacke, oder auch Reizüberflutung. Ich will mich nicht beschweren, ich habe mir dieses Schicksal nicht ausgesucht, bei Leibe nicht, und trotzdem trägt man es wie ein Mann. Die Maske versteckt was man gerade fühlt. Wie ein Roboter marschiert man durch diese Welt, versucht Reizen aus dem Weg zu gehen, Menschen, andere Seelen zu meiden. Und doch will man ja kein Einsiedler sein. So sucht man den Kontakt, wenn es einem gut geht. Lässt sich anstecken von der Lebensfreude und Unbeschwertheit derer, die solche Last nicht mit sich herumtragen. Dann aber geht man wieder in sein stilles Kämmerlein, wo einen die Dämonen mancher Verdammung quälen.

Wenn es einem gut geht, wirklich gut geht, dann vergisst man sogar, dass man mal welche Probleme hatte. Die Verdrängung tut da ihr Übriges. Vielleicht auch Verleugnung vor der Realität derer, mit denen man zu tun hat. Auf der Arbeit, beim Einkaufen, beim Friseur. Man glaubt so sehr an die Wirklichkeit der Anderen, dass man sie über die eigene schiebt. Bis man verloren zu sein scheint, zwischen dem was ist und dem was man leben muss. Denn die Rollen, die man füllt, sind eben nur das. Rollen. Keine festen Persönlichkeiten, sondern nur eine Maskerade, in die man ab und zu schlüpft.

Es wäre ein Leichtes zu jammern. Vielleicht würde man das sogar verstehen. Eine Zeit lang. Aber dann irgendwann ist die Geduld auch am Ende. Denn eine Wahrheit der psychischen Krankheit ist, dass sie nicht vergeht. Sie bleibt, nimmt vielleicht nur einen guten Verlauf. Und ein gefühltes Leben lang muss man Tabletten nehmen, die ein normales Leben begünstigen, ermöglichen.

Wir suchen uns Hilfe, bei Ärzten, bei Psychologen, bei Psychiatern. Und auch wenn sie uns zu verstehen versuchen, tun sie dies so nicht immer. Sie sehen uns ja nur von Außen, bewerten, wie wir uns verhalten. Nicht immer zählt das, was wir sagen. Viel mehr, wie wir es sagen. Und so fühlt man sich manchmal nicht ernst genommen. Aber man muss verstehen, dass jeder sein Möglichstes tut. Man ist nicht der einzige Patient des Arztes jetzt, sondern im Durchlauf hat er eine ganze Menge mehr. Und nicht für jeden kann er sich die Zeit nehmen, die man vielleicht gerne hätte. Nachsicht mit dem Stress der Ärzte zeigt von wachsender Größe.

Bedingt sind wir lernfähig. Je nach Krankheit muss man betonen. Einer macht den gleichen Fehler immer wieder, weil er nicht anders kann. Er hat ein Trauma oder Ähnliches und bis er nicht aufgearbeitet hat, was als Kernpunkt besteht, kann er vielleicht nicht anders handeln. Der Andere tut das immer wieder Andere. Vielleicht ist er antisozial veranlagt? Wer will es so genau denn wissen.

Wir fallen nicht weiter auf. Außer dass wir vielleicht ruhiger sind. Mitfühlender, da wir Leid in seiner reinsten Form selber kennen. Manchmal senken wir den Blick, wenn uns jemand ansieht, ein Anderes mal schreiten wir stolz durch diese Welt mit den Federn eines Pfau. Wir sind anders, aber nicht schlimm. Man muss uns nicht meiden. Denn alles was wir haben, ist eine kleine Krankheit, die uns schon viel zu sehr bestimmt, dass wir um die Kontrolle in unserem Leben manchmal fürchten. Aber wir kriegen es hin. Mal schlecht, mal recht, mal prima. 

Und das ist alles was am Ende zählt. Denn wie Du, mein Leser, sind wir nur Seelen, die ein bisschen mehr geprüft wurden vom Schicksal. Und wie wir damit umgehen, definiert uns, nicht was wir einfach haben. Denn dafür können wir nichts. 🙂

 

0 Antworten auf “Die Wahrheit von psychisch Kranken – Vielleicht alles, was Du wissen musst”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.