Eine Frage, Fragestellung der man häufig begegnet. Unausgesprochen in jedem zweiten Liebesfilm. Es wird uns dort “vorgelebt”, vorgemacht, wie es laufen könnte, wie es sollte. Viele Menschen suchen sie. Immer hoffend, dass es sie geben möge. Viele Portale, vorzugsweise Kontaktbörsen, versprechen sie. Charakterbögen, Persönlichkeitstests, Mittel zum Zweck, die eine, die wahre Liebe zu finden. Aber ist das Humbug? Oder eigentlich auch wahr? Ist die wahre Liebe nur eine der Hoffnungen, die den Menschen weitermachen lassen? Ein Mythos ohne feste Grundlage?

Die Liebe

Liebe ist nur ein Gefühl. Sie bildet sich mit der Zeit. Es fängt mit Verliebtheit an, mit turbulenten Gefühls-chaosen, die einen sprichwörtlich auf Wolke Sieben schweben lassen. Vieles, was man an Schwächen am Anderen sieht, hat keine Bedeutung, alles ist wunderbar und verzaubernd, jede Berührung ein eigenes kleines Feuerwerk.

Doch mit der Zeit kommt die Realität. Egal wie lange so ein Zauber auch dauern möge. Sind es nur Monate, manchesmal bis zu einem halben Jahr. Die kleinen Fehler fangen an zu stören, die Geborgenheit, Wärme, das Umschliessen des Partners wird zu einem Gefängnis. Man fühlt sich bedrängt, eingeengt. Mehr Freiheiten kompensieren das manchesmal und zögern das Ende solch einer Beziehung, die jetzt schon zum Scheitern verurteilt ist, nur hinaus.

Eine kleine Faustregel, die im Einzelfall mehr oder weniger Wertigkeit bekommt. Bis zu einem halben Jahr Verliebtheit, ein Jahr annähern, miteinander leben, ein halbes Jahr überleben. Danach ist es aus. Vorübergehenden Beziehungen mag man so eine Höchstdauer von 2 Jahren einräumen. Wir kennen sie alle, haben sie selber schon erlebt.

Viele junge Ehen scheitern an diesem Punkt. Zu schnell geschlossen, Kinder und aus. Der Ärger und all das was danach kommt, war die kurze Zeit nicht wert. Meine Regel bevor man eine Ehe schließt wäre dementsprechend, erstmal die zwei Jahre abzuwarten, natürlich nur, wenn man sich öfter sieht als einmal die Woche. Läuft es dann noch, könnte man es versuchen, aber selbst dann kann es noch scheitern. Die “Fehlerrate” bei Ehen ist zu hoch, als dass ich persönlich dazu raten würde. Eher gewinnt man im Lotto seine Millionen, als dass man in einer Ehe das bekommt, was man will, erhofft. Die Realität sieht immer anders aus. ….Aber nur mein privater Einschub. Zurück zum Thema.

Wie sieht also die Liebe aus?

Zur Liebe wird es, wenn ich die Fehler des Anderen nicht nur akzeptiere, sondern wertschätze. Sie genauso liebe und vermissen würde, wenn mein Herzenspartner sie nicht hätte. Ich versuche nicht zu verändern, zu beeinflussen, sondern nehme den Anderen einfach wie er ist. Das Miteinander ist kein Umschiffen der Problemzonen, der Streitereien, sondern wie Zahnräder, die ineinander greifen. Man wird zu Einheit, wird zusammengeschweißt und kann ohne den Anderen nicht mehr.

Aber das braucht Zeit, sehr viel Zeit, bis so etwas wachsen kann. Keine Jahre oder Monate. Daran kann man es nicht festmachen. Es sind die kleinen Momente die zählen, um es mit schon oft benutzen Worten zu sagen. Die kleinen Krisen, die miteinander überstanden werden, ohne auseinanderzutreiben, sondern gemeinsam, sprichwörtlich Hand in Hand werden sie überstanden. Das Leben ist schwer. Und es gibt so viele Tiefschläge, auf die jeder Mensch auch in Betrachtung auf die eigene Vergangenheit unterschiedlich reagiert. Dann keine Fronten zu bilden ist schwer und so einfach man es vom Verstand her formulieren kann, um so schwerer ist es, es in solchen Momenten mit den Gefühlen auszuleben. Denn die lenken wir leider nicht. Hass, Argwohn, lassen uns manchesmal und zu oft, genau das tun, was wir eigentlich gar nicht wollen. Noch etwas auf die Schippe legen, obwohl wir schon längst nachgeben sollten, aber wir können es nicht. Das führt zu einem anderen Punkt, der zur Liebe gehört. Das Vertrauen. Ich kann keinen Menschen lieben, wenn ich nicht vertrauen kann. Kann ich mir selber nicht vertrauen, werde ich niemals bedingungslos lieben können. Kann ich anderen Menschen nicht vertrauen, so ist immer der Argwohn im Hinterkopf, schleicht sich in kleinen Momenten ein und führt oftmals zu einem Streit, der der erste Schritt Richtung aus sein kann.

Liebe ist eine Aufgabe. Die schwierigste Aufgabe des Lebens.

Die wahre Liebe

Kommen wir also zur wahren Liebe. Wenn die “normale” Liebe schon so viele Probleme bereiten kann, es so schwer ist, sie zu leben, lebhaft und existent werden zu lassen, wieso sehnen sich dann so viele Menschen nach der wahren Liebe?

Die wahre Liebe ist in gewisser Weise die Rettung aus den ganzen Problemen, die eine normale Liebe mit sich bringen kann. Gehe man von der anfänglichen Verliebtheit wie vorher schon genannt aus, so wäre sie genau das, nur dass es nie aufhören würde. Es wäre wie ein Feuer, dass nicht erlischen kann. Es würde einfach passen und vom Glauben her, wie er verbreitet ist, kann es nicht zerstört werden. Es soll das menschliche Leben überdauern, glaubt man manchen Filmen und ist einfach ewiglich. Etwas von dem man träumen sollte? Als Romatiker ganz sicher. Als vernunftbegabter Mensch?

Wie gross wäre die Wahrscheinlichkeit, genau den Menschen zu treffen, der für immer zu mir passt? Auf der ganzen Welt verstreut kann er sich befinden, irgendwo in Alaska, während ich mich hier im gerade sonnigen Düsseldorf befinde?

Der Glaube geht natürlich weiter. Handelt es sich um eine wahre Liebe, so spielt auch das Schicksal mit. Es soll die Beiden, die füreinander bestimmt sind, zueinander führen.

Ein schöner Glauben, wirklich. Und ich verbiete es mir, mit meinem pessimistischen Realismus, das aus den Angeln zu heben. Ich habe auch mal dran geglaubt und irgendwo tue ich es wohl auch, sonst würde ich nicht so einen Artikel schreiben. Wäre das zerstören dieses Mythos nicht dann ein sadistischen Vergnügen meines zerstörten Traumes?

Liebe fordert nicht, Liebe bittet nicht, sie akzeptiert und nimmt, was ihr gegeben wird. Wenn das heisst, nicht zu lieben, um der Liebe willen, so wird sie auch das tun, denn sie ist bedingungslos.

Die Partnerbörsen

Was aber die Partnerbörsen machen, missfällt mir arg. Sie versprechen die (wahre) Liebe, den perfekten Partner. Anhand von Persönlichkeitstests wird jemand z.B. ausgesucht, der perfekt passen soll. Ganz sicher ist das ein Weg, wie es funktionieren kann. Aber irgendwie erinnert mich das an die Auswahl eines Zuchtpartners. Die passenden Charaktereigenschaften, die gleichen Interessen. In meinen Augen kann das nur langweilig werden. Denn der Mythos, das Aufregende besteht doch gerade darin, etwas “Fremdes” kennenzulernen und sich näher zu kommen. Wie aus einem vollkommen anderen Menschen auf einmal meine bessere Hälfte wird. Und das obwohl, oder gerade, weil er nicht wie ich ist. In der Beziehung braucht man keine Kopie, sondern gerade das “Andere” um ein Gegenüber zu haben, dass einem Kontra gibt, dass auch anders denkt und wo es sicher auch mal kriselt. Ohne das alles, kann nichts wachsen.

Fazit

Im Grunde ist es egal wie, wann und wo. Die Liebe kann man überall finden und noch öfter nur durch Kleinigkeiten verlieren. Wodurch sich wahre Liebe unterscheiden kann? Die Umstände löschen Sie nie aus. Und handelt es sich um wahre Liebe, so heisst dass noch lange nicht, dass es beide Partner betreffen muss. Vergessen Sie das nie.

Es gibt keine Anleitung dafür. Es gibt keinen falschen oder richtigen Weg auf der Suche nach der Liebe. Denn nur auf ihrem eigenen Weg werden Sie auch den Menschen finden, der parallel zu Ihnen geht oder ihn einfach überfährt. Die Liebe fällt wo sie will und wächst oder stirbt mit den Gefühlen eines jeden einzelnen Menschen.

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Categories: Beziehungen

Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."