Bezugnehmend auf einen Kommentar vorher, hier ein extra Artikel zum Thema. Hospitalisierung, was bedeutet das? Andere Fragestellung: “Kann der Aufenthalt in einer psychatrischen Anstalt, einer Klinik, das Gegenteil bewirken?

Statt Heilung, Verschlimmerung der Symptome. Es findet keine Heilung in dem Sinne statt, sondern einfach nur ein Hilfe annehmen, dass ein paar Wochen anhält. Und dann?

Die Psychatrie, die Klinik soll dem Erkrankten doch helfen? Wie kann es also sein, dass sie auch schaden kann?

Nicht ganz so einfach zu beantworten. Aber versuchen wir es.

Die Klinik / Psychiatrie

Wenden wir uns erst dem Punkt zu, warum ein Individuum solch eine Institution besucht oder auch besuchen muss.

Der Patient, der er bis dato noch nicht ist, befindet sich in einer Ausnahmesituation. Diese rührt entweder daher, dass alles durch einen einzigen Auslöser zu viel geworden ist. Die folgen können von leichterer Natur sein, einer psychotischen Phase oder auch kurzweiligen Depression. Natürlich darf man es trotzdem nicht herunterspielen. Erkrankung bleibt Erkrankung. Der andere Verlauf ist, dass sich in der Vergangenheit schon so viel angesammelt hat, dass diese einzige Begebenheit der Auslöser für das Ausbrechen einer gravierenden Erkrankung ist.

Von anderer Seite kann unser Beispiel Patient auch gegen seinen Willen eingewiesen sein worden. Sei es, weil ihm selber seine Krankheit nicht bewusst geworden ist oder er sie selbst gekonnt ignoriert ( unter Umständen nicht einmal von einer reinen Überlegung aus). Oder aber er ist in dieser Weise aufgefallen, dass sein Verhalten sich selber gegenüber und auch Anderen eine Gefahr darstellt. Heisst im Klartext. Unsere Obrigkeit hat sich da Gesetze und Grundlagen erschaffen, die auch gegen den Willen einer Person die Entscheidung über seinen geistigen Zustand und die darauffolgende Einweisung zur Folge hat. Macht z.B. eine Person, die schon mal wegen Suizid mit den gängigsten Maschinerien in Berührung gekommen ist, in falschem Umfeld, die falsche Aussage, so wird sie gravierende Probleme haben, nicht in eine Klinik zu kommen, sprich jemanden davon zu überzeugen, dass es nicht ernst gemeint war.

Hier gilt das Motto: “Einmal drin, kommt man nicht mehr raus.” Deswegen ist ein Psychatrie Besuch als der letzte Schritt überhaupt zu sehen und nur im aller schlimmsten Notfall darauf zurückzugreifen. Aber meist ist es so, das ein zukünftiger Patient nicht in der Lage ist diese klaren Überlegungen anzustellen, wirklich frei vom Verstand her zu entscheiden. Deswegen findet er sich ja dort ein. Eine klein bißchen Ironie.

Die Hilfe

Was bekommt unser Patient jetzt in der Klinik geboten?

Im Grunde genommen wird er ersteinmal dazu angehalten zur Ruhe zu kommen. Er soll sich entspannen und seiner Psyche, die gerade einen Dauerlauf hinter sich hat, eine Pause gönnen. Dafür wird vielleicht die erste Woche anberaumt. Ist er wegen Suizid dort, so mögen es schon zwei Wochen in der Geschlossenen werden, sofern er “dumm” genug war, sich gegen seinen Willen einliefern zu lassen.

Im nächsten Schritt wird der Patient gefestigt. Das heisst, langsam wird er an Therapien herangeführt, die ihm einen Umgang mit seinen Problemen bieten können. Außerdem wird an seiner Krise gearbeitet, auf jeden Fall langsam herangetastet.

Danach kommt das “TieferGraben”. Die Probleme, die hinter dem kleinen Zusammenbruch stehen tauchen auf und werden auch für den Psychologen/Therapeuten ersichtlicher. Eine tieferlegende Diagnose und ein weiterer Therapieverlauf wird in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Ärzten ausgearbeitet. Man stelle sich das in einer kleinen Diskussionsrunde vor, wo dann kurz jeder etwas zu sagen darf. Pfleger, Schwestern, Ärzte, Psychologen und und und.. Dann wird der weitere Behandlungsverlauf schon wenigstens grob festgesteckt.

Je nachdem, wie schwer der Ausfall war, weswegen man in der Klinik landete, um so länger darf man da bleiben. Bei leichteren Problemen darf man sogar jeder Zeit wieder sofort gehen. Aber das hängt auch von dem Regelwerk der Klinik ab.

Nächste Phase wäre das erfolgreiche Erarbeiten der meisten Problemen mit dem Ziel, dem Patienten Lösungen aufzuzeigen. Es wird versucht, dem Patienten die Kontrolle wieder zurückzugeben. Er soll aus der Lethargie heraus, in die ihn seine unfreiwillige Opferrolle gesetzt hat.

Nur am Rande sei noch bemerkt, das verstärkt Psychopharmaka eingesetzt werden. In den meisten Fällen. Denn ohne die wären die meisten Patienten, …nun…weniger ansprechbar und versöhnlich gestimmt. Dadurch würde sich ein Klinikaufenthalt unnötig in die Länge ziehen.

Die Hospitalisierung

Was bedeutet es also, wenn ich in diesem Zusammenhang auf Hospitalisierung zu sprechen komme?

Sollte alles gut gelaufen sein, der Patient sich nach dem “Regelwerk” entwickelt haben, so wird er entlassen und wieder der Eigenverantwortung übergeben. Er muss jetzt selbstständig seine Entscheidungen treffen. Es ist nicht mehr, wie in der Klinik immer jemand um einen, der sich um das Wohlbefinden kümmert. Keiner fragt, wie geht es, siehst nicht gut aus? Was ist los? Erzähl mal?…..

Genausowenig wird er jetzt weiter umsorgt. Die alltäglichen Aufgaben muss er wieder übernehmen. Pflichten, Sorgen, Nöte … all das spukt wieder im Kopf herum.

Dazu noch, dass der Patient mit seiner Erkrankung jetzt alleine da steht, sofern sie denn in der Schwere war, dass sie nicht mal eben so in sechs Wochen verschwinden kann. Will er Heilung, so muss er sie sich jetzt selber besorgen. Therapeuten suchen und Termine wahrnehmen. Vielleicht wieder in den Job einspringen?

Ich nenne einfach als Beispiel wieder Borderline, da ich es bis jetzt hier als einziges richtig abgehandelt habe.

Der Patient ist draussen, bekommt Probleme, Schübe, Depressionen, Agressionen. In der Klinik gab es ein festes Regelwerk, nach dem er sich verhalten musste. Draussen nicht mehr. Was heisst, er ist jetzt selber verantworlich für sein SVV und die Folgen daraus.

Die Hospitalisierung besteht jetzt darin, dass der Patient gelernt hat, dass die Klinik ihm hilft und nur die. Ohne die bekommt er es nicht hin und er braucht sie, um alles geregelt zu bekommen.

Hat er jetzt draussen Probleme, was liegt da näher, sich die Hilfe zu suchen, die man schon bekommen hat? Gar nicht erst zu versuchen, sich selber durchzubeissen? Direkt wieder zu den offenen Armen laufen, die einen auffangen müssen.

Das Ergebnis?

Eine Persönlichkeit, die nicht mehr auf den eigenen Beinen stehen kann und die Hilfe, Unterstützung der Fachwelt braucht.

Wie gehen Kliniken damit um?

Sie versuchen die Aufenthaltsdauer zu beschränken. Den Klinikaufenthalt so gering zu halten, dass es nur ein Exkurs aus dem normalen Umfeld wird, damit der Patient schneller wieder zurückfindet, sich nicht zu sehr an die Klinik und das behütete Umfeld gewohnt.

Einfach gesagt ist Hospitalisierung das Verlernen, selber und eigenständig zu leben, dadurch, dass man alles serviert und angeboten bekommt. Und manchesmal tauchen Probleme, Erkrankungen durch eine Klinikaufenthalt erst auf, die vorher nicht vorhanden waren. Man darf den Aspekt der Gemeinschaft nicht unterbewerten. Viele Kranke, die die gleichen Probleme haben und auch andere Thesen, Praktiken unterstützen als die Klinik vermitteln will. Gefahr? Abgucken und Lernen durch Erleben und Austausch.

Fazit:

Die Psychatrie ist kein Allheilmittel und kann unter Umständen zum Gegenteil werden. Aber manchesmal ist es einfach der letzte Ausweg und die einzige Möglichkeit für den Einzelnen.

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Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."