Es ist gut, wie es ist“. Ein Satz, den man mir oft sagte. Wie einer Beschwörung gleich, wurde er immer und immer wieder wiederholt. Anfangs zweifelte ich. Wie konnte es auch anders sein?

Als kleiner Junge fand man mich. Zerrte mich aus den Dunkeln der Gassen, die mein ZuHause geworden waren. Kämpfen um zu überleben. Nur der Stärkere gewinnt. Die Schwachen? Das waren die, die erwischt wurden. Auf dem Marktplatz ausgepeitscht, mit faulen Äpfeln beworfen und dem Sabber des Unrates beschmutzt. Glücklich konnten sie sich dann schätzen, wenn man sie danach gehen ließ. Dies war die Welt meiner Geburt, die Welt meines Kampfes und das Buch, aus dem ich das Schweigen lernte.

Dann fanden sie mich, nahmen mich mit und ließen mir keine Sekunde der Wahl. Eine andere Welt, die mir nun aufgezwungen wurde. Gesetze, Gebete und das Training.

Die Jahre verstrichen. Vergessen, woher ich kam. Vergessen, der Welt da draußen. Außerhalb der Mauern und des breiten Tores, das die Realität und auch den Strom der Zeit ausschloss. Meine Meister starben einer nach dem Anderen. Ihre letzten Worte, der letzte Satz: „Es ist gut, wie es ist.“ Friedlich schliefen sie ein, hinüber geleitet in die befreienden Arme des Todes. Ich aber musste bleiben. Zeit hatte keine Bedeutung mehr für mich.

Ich schalte ab. Die Erinnerungen verstummen und die Wirklichkeit frisst sich brennend in meine Augen. Es sind flammende Augen, deren Feuer, wie Glut in diese Nacht zu spucken scheint. Die Hörner an seinem Schädel, das Maul im Geifern geöffnet und fauchend leckt er sich die schwarzen Lippen. Seine Klauen, gespickt mit den scharfen Nägeln zum Ende, sie öffnen und schließen sich. Freudige Erwartung, die ihn erfüllt. Ein ewig währender Hunger, dessen Sklave er ist.
Er ist nur einer von Vielen. Der Erste, der es wagt, sich in seinem Auftritt, gegen mein Erlerntes zu stellen. Die Mönche, sie sind nicht mehr. Sie ergaben sich, hilflos, mit aller Macht, des menschlichen Lebens nur kämpfend. Aber gegen solche Übermacht? Solch geballte Kraft einer Hölle? Sie fielen und starben den Tod der Helden.

Weitere treten hinzu. Unendlich mehr, die die Mauern des Klosters einreißen. Stampfend, mächtig und prachtvoll schon fast, finden sie sich hier ein. Sie, … sind meine Entscheidung.
Es ist gut, wie es ist.
Ist es das? Der Himmel am Tage verdunkelt. In weiter Ferne sehe ich Flammen und feuerspeiende Wesen. Ich kann es fühlen, auch trotz der Entfernung, wie diese Welt ihre Seelen in Tausenden frei lässt.
Noch greifen sie nicht an. Sie müssen es spüren, auch wenn ihre dumpfen Instinkte es noch nicht erklären können. Ich bin sie. In mir, da ist etwas. Überlebt, gewachsen, gestärkt und trainiert. Mittlerweile seit gut tausend Jahren. Und dieses Etwas will nicht dulden, will nicht ertragen und nicht endend, aufgeben. Und ich gebe ihm Recht.

Sie spüren es. Donnernde Schritte, die über den Stein walzen und sich unweigerlich dem Ziele zu bewegen. In den hinteren Reihen dieser Formation an hundert schwarzen Wesen, erhebt es sich in die Lüfte. Speere, gespitzt und dem Zwecke der Vernichtung zugedacht. Ich zögere nicht. Keine Sekunde, nicht mal mehr eine Zeit, die nach menschlicher Empfindung noch vergeht. Schabend ziehe ich das Schwert aus der Scheide, stoße mich ab vom Boden und erhebe mich mit innerster Kraft gefüllt, zum Himmel. Es pulsiert nicht nur in mir, es brennt in jeder meiner Adern, wie das flüssige Feuer der Verdammung selbst.
In Mitten dieser Heerschar nun lande ich, das Schwert empor, zu Häuptern, Körpern und Seelen. Sie fallen zu schnell als dass es ihrem Ursprung gerecht werden könnte. Dann endlich treffe ich auch auf Metall. Schwerter, die sich hier kreuzen. Wesen, die schlanker aber auch flinker zu sein scheinen. Auch in ihren Augen brennt das Feuer.
Des gleichen Ursprunges, der verschiedenen Wege. Ein Disput, der nur mit dem Blute ausgetragen werden kann.
Sirrend nehme ich die Streiche, dem Ziele zugedacht, meinen Kampf zu beenden, wahr. Ich ducke mich, springe, drehe und in jeder Bewegung fällt einer nur. Enthauptet und in der Wunde zum Tode geschickt.. Jahrhunderte, die ich trainiert wurde. Jahrzehnte, die sich in Sekunden und nur einer einzigen Bewegung konzentrieren. Es geht schnell und schon fast bin ich enttäuscht. Dies ist das Heer, die Sklaven dessen, was sich Vernichtung tauft?

Es ist gut, wie es ist.“ Das ist der Gedanke, über den ich jetzt lächeln muss. Ich würdige die Körper am Boden, im Tode erstanden, dem Ursprung wieder zugeführt, jetzt keines Blickes. Zur Mauer wende ich mich, schiebe das Schwert zurück in die Scheide und empfange die Freiheit einer Welt.

Es donnert, es blitzt. Die Wolken hängen in schwarzer Decke am Himmel und lassen des Schein des Lichtes nun nicht mehr ein. Die Welt, dort unten, sie glüht, sie lodert und brennt in fressenden Flammen. Eine Welt, die nun auf mich wartet. Die Diener der Hölle, die Vorboten der Vernichtung, dort unten, da kämpfen sie nicht. Sie schlachten, sie richten und gehen auf im Massaker.

Ich höre es hinter mir, spüre es und brauche mich nicht umzudrehen. Es kommt an meine Seite. Prustet zur Begrüßung und schickt die Flammen durch die weiten Nüstern.
Ich steige auf und sogleich setzt die Verwandlung ein. Es ist bereits nicht mehr schmerzhaft. Nicht mehr überraschen, denn zu oft habe ich es üben müssen.
Im Guten sind die Meister gestorben. Im Dunkel nun, werde ich wieder geboren.
Böse?
So viel mehr als das. Ein Richter, ein Reiter, der einen Macht. Wiehernd und strotzend erhebt sich mein Reittier nun in die Höhe.
Dort unten, sie blicken auf, zögern und nur ich weiß, dass ihr Mark im Innersten gefriert.

„Die Toten reiten schnell“ und dieses Mal, ist es nur einer von ihnen.

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Categories: MythologieStorys

Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."