Der Durchschnitt als neues Optimum? – Die Superlative als anerzogener Zwang

 

Nur das Neue beherbergt den frischen Wind des Neuanfangs. Das Unbekannte lockt uns mit der neuen Erfahrung. Und das Altgewohnte steckt unter dem Nebel des Grauen (die Farbe), der Eintönigkeit, der Gleichheit in der Mitte des Durchschnitts. Wir fordern von uns selbst als auch den Umständen immer mehr, als sie bereit sind uns im vorne hinein zu geben. Wir geben uns mit der gesunden Mitte so nicht zufrieden. Denn überall bekommen wir die Superlative vorgelebt. Und nur das Maximum von etwas bekommt auch die Aufmerksamkeit, die wir uns manchmal so sehr wünschen. Deswegen streben wir nach dem Äußersten einer Sache, übersehen dann den Durchschnitt, der uns eigentlich auch reichen würde und hetzen zum Optimum, der Fehlerfreiheit, die es neben dem menschlichen Makel so nicht geben kann.

So sind wir immerzu getrieben. Erstens zu der immer neuen Erfahrung als auch zum Maximum von etwas um das bestmögliche zu erleben. Die Ruhe aber, die Gelassenheit, die übersehen wir, getrieben von der Lust des bestmöglichen Ergebnisses. Der Superlative begegnen wir in den sozialen Netzwerken z.B.. Die Bilder mit den meisten Likes auf Instagram, die beliebtesten Posts auf Facebook, die meisten retweeten Statements auf Twitter und immer so weiter. Das setzt uns unter Druck. Wir selber setzen uns dadurch unter Druck. Wir wollen das auch und insgeheim neiden wir sogar ein kleines bisschen diese immense Reaktion der Anderen auf dieses Maximum der Aufmerksamkeit. Wir haben gelernt, dass nur die Likes bestimmen, ob etwas In oder angesagt ist. Reaktionen bestimmen die Wertigkeit von etwas. Wir haben uns anerzogen, unser eigenes Erleben von etwas durch die virtuelle Welt abhängig zu machen. Wir ersehnen das Optimum, neiden das Maximum, und vergessen, dass niemand außer uns selbst wirklich die Erfahrung alleine richtig bewerten kann. Wir sollten nicht von Feedback von Außen abhängig sein, sondern nur von uns selbst. Es sollte wieder wichtig werden, dass wir alleine mit etwas im Reinen sind ohne dass etwas im Außen uns vorgibt, wie wir uns damit zu fühlen haben.

Wir gieren schon fast nach Bestätigung. Denn sie ist so leicht zu bekommen. Mal eben ein Video oder Foto oder auch Blogbeitrag herausgehauen und schon kann man sich das Selbst pinseln lassen. Man hat vielleicht ebenso auch eine Superlative erschaffen, da man gar nicht mehr weiß wie es ist, den Durchschnitt zu leben? Größer, neuer, besser. So läuft es schon fast.

Denn das zu leben, was man schon hat. Dem Durchschnitt sich zu widmen, bis er zu dem Optimum eines Erlebens werden kann, das bedeutet langwierige Arbeit. Man muss durch die Erfahrung der Steigerung einer Sache lernen über die Natur der Dinge und so auch sich selber wachsen sehen, wie die Sache selber. Man wächst mit den Aufgaben als auch dem Entwicklungsstand der Dinge, denen wir uns widmen. Direkt das vielleicht nur nach Außen das erschaffene Optimum zu suchen, nimmt uns erstens die Erfahrung des langsamen Wachsen, in der wir auch aufblühen können, als auch ist es ein fadenscheiniger Betrug für das Selbst. Da man nur den Moment des Perfektionismus festgehalten hat, sondert man die fehlerhaften Seiten aus, nicht in Wirklichkeit, nur in der Wahrnehmung. Aber da man sie nicht mehr sieht, bewusst sieht, hält man die Natur der gerade betrachteten Sache dann für perfekt. Und giert dann immer weiter nach dieser Art des einseitigen Perfektionismus. Bis man sich anerzogen hat, nur noch einseitig auf die Dinge zu sehen. Nur noch das Perfekte aufzunehmen und die anderen Seiten einer Sache unbewusst schon fast durch Anerlernen immer auszublenden.

Viel Theorie meiner Gedanken. Aber vielleicht versteht man ja, worauf ich hinweisen will? Es würde mich freuen über das Thema mal zu diskutieren. Also kommentiert gerne auf meinem Blog oder auch sonstwie und lasst uns durch den Durchschnitt des Austausches ein weiteres Optimum der Erfahrung erschaffen. Gemeinsam. 🙂

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