10:52 Uhr – Psychiatrie Tagebuch

 

Natürlich gibt es Rückschritte, wie in jeder normalen Entwicklung auch. Und obwohl ich mich innerlich voll der Power und Motivation fühle, muss ich Rücksicht auf mein Inneres nehmen, das mir ganz sicher etwas mit etwaigen Erfahrungen und auch nur Gedanken sagen will. Vielleicht bin ich noch nicht so weit, in die große turbulente Welt hinaus zu gehen. Vielleicht muss ich mich selber willentlich ausbremsen und mir einfach noch eine Pause gönnen. Es ist eine große Aufgabe, selber zu akzeptieren, dass man einfach noch schwach ist. Phasenweise auf jeden Fall. Denn Schwäche wird in dieser Welt oft ausgenutzt, einfach überfahren und links liegen gelassen. Deswegen ist es auch so befremdlich und störend, wenn man an sich erkennen muss, dass man auch mal schwach ist und nicht nur über den Dingen steht, unnahbar erscheint oder ist, wie es unsere Welt und die Gesellschaft darin, so eintrichtert und auch anerzieht.

Es ist schwer, eine Pause zu machen, wenn einen die Welt da draußen ruft. Mit all seinen Reizen, seinen Eindrücken und auch Gefühlen, die aus eben solchen wieder erwachsen. Wie eine Reise, wie eine Achterbahn ist es, durch diese Welt zu streifen. Die Menschen und die verschiedensten Seelen zu treffen. Eindrücke zu sammeln, abzuspeichern, bewusst als auch unbewusst, um diese später wieder nutzen zu können. Ich bin wie ein Schwamm, der alles einfach aufnimmt und speichert. Wird es zu viel, ist die Vulnerabilität sehr hoch, dann leide ich unter Reizüberflutung, was sehr nervig ist, sein kann.

Und so stehe ich vor der nervigen Aufgabe, eine Pause zu machen. Mich noch zu schonen. Und auch Vertrauen zu üben. Vertrauen in mich selber und meine Psyche, dass sie weiß was sie tut. Als auch in Ärzte, dass sie nur das Beste für mich wollen, helfen wollen, wenn sie mal bewusst auf die Bremse treten. Aufgaben über Aufgaben, denen ich mich stellen muss, die ich absolvieren muss. Wie tausend kleine Prüfungen, die mein eigener Verstand mir auferlegt. Was die Belohnung nach dem Bestehen ist, das weiß ich selber noch nicht. Aber vielleicht muss es diese auch nicht geben? Vielleicht ist der Weg das Ziel? Eine große Phrase, da gebe ich Dir Recht, aber vielleicht stimmt sie auch hier wieder einmal?

Erst einmal muss ich nur abwarten. Wie es sich und wie ich mich weiter entwickel. Mal mehr warten, als in die Aktion zu gehen, um mich phasenweise auch zu schonen.

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