15:52 Uhr – Vorstellung in der Tagesklinik – Psychiatrie Tagebuch

 

Ich war eben in der Tagesklinik, um mich vorzustellen. Ich hatte Glück, als ich anrief. Denn es hatte jemand Anderes abgesagt, so dass ich seinen Termin wahrnehmen konnte. Natürlich bedeutet so ein Erstgespräch jetzt nicht so viel. Es wird der Anamnese Bogen ausgefüllt und man kommt auf eine Warteliste. Montags wäre Gespräch mit der Oberärztin und dann wird entschieden, wer aufgenommen wird und wann. Je nachdem auch, wer so entlassen gerade wurde. Im schlimmsten Fall muss ich mit 4 Wochen Wartezeit rechnen. Was sicher schon herb wäre. Ich hoffe auf höchstens 2 Wochen.

Natürlich fragte sie mich auch, was ich mir von der Tagesklinik versprechen würde. Was das beste Ergebnis wäre, das man bei Beenden der Tagesklinik erreichen könnte. Und ich sagte, meine ich, voll funktionsfähig wieder zu sein. Symptomfrei und mit voller Konzentration. Genau so, wie ich es vorher einmal war. Das verstand sie auch und fand sie gut, erstrebenswert.

Aber es ist doch ironisch, dass ich wieder werden will, wie ich einmal war. Mit Sicherheit war das nicht schlecht. Und ich funktionierte auch 100 %ig. Aber dass man es sich überhaupt erwünschen, erträumen muss. Ich meine, es ist nichts gravierendes passiert, dass mich aus der Bahn geschmissen hat. Und außer einer Tablettenumstellung gab es auch sonst keine Veränderung. Aber anscheinend hat das schon gereicht, um mich voll aus der Bahn werfen zu lassen. Eine Psychose oder vergleichbares zu erfahren. Denn für mich selber ist auch nicht klar, was das genau war, dass ich die letzten Monate erfahren habe. Erlebt habe. Es war so außerhalb der Norm und trotzdem hatte ich meinen bewussten Verstand zu der Zeit. D.h. Ich habe bewusst alles erlebt und auch in meinen Erinnerungen abgespeichert, was gesagt wurde, was ich gefühlt habe, was ich erlebt habe.

Es hängt viel mit unterdrückten Gefühlen zusammen, die ausbrachen. Ich habe eine gewisse Zeit sehr stark dissoziiert. Die Psychologin kann da ein Lied von singen. Denn sie hat es glasklar alles mitbekommen. Alles was ich gedacht, gefühlt, erdacht habe. Sie betitelte es als Gefühlswelten. Keine dissoziative Identitätsstörung. Dafür war es nicht ausgeprägt für. Es gab keine eigenen Persönlichkeiten sondern nur Gefühlszustände, die mit eigenem Erleben aufwarteten. Ich bin sehr gespannt, was im Arztbrief steht, den ich bei Entlassung erhalte. Ob ich eine weitere Diagnose dazu bekomme, in Richtung dissoziative Störung oder ob alles unter dem Rahmen einer Psychose weiter betrachtet wird. Meiner Meinung nach, reicht die Erklärung durch eine Psychose so nicht ganz aus und ist auch nicht voll und ganz schlüssig. Aber ich bin kein Psychiater und auch kein ausgebildeter Psychologe. Fakt ist, dass durch die richtigen Tabletten alles Gefühlswelten wieder zu einer verschmolzen sind, oder ich die Wechsel so nicht mehr bewusst wahr nehme. Ja, ich bin sehr gespannt auf den Arztbrief. Viel mehr noch auf den Ausführlichen, den meine Psychiaterin geschickt bekommt. Aber bis der kommt, dauert es oft noch ein paar Wochen länger. Bis ein zwei Monate. Und meine Psychiaterin gibt mir den auch mit zu lesen. Hat sie bis jetzt immer gemacht. Bleiben wir gespannt, ob ich noch eine Diagnose bekomme, die ich erwarte, wo ich fast mit rechne, aber auch nicht enttäuscht bin, wenn sie nicht in Schrift auf Papier erscheint.

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