14:58 Uhr – Entlassung – Psychiatrie Tagebuch

 

Also, ich bin jetzt endlich entlassen aus der stationären Psychiatrie. Ein freier, ein neuer, alter Mensch sozusagen. Nach 6 Wochen Aufenthalt, bin ich wieder in der normalen Welt. Und ich habe als Erstes einen neuen YouTube Channel gemacht, der sich nur mit Psychischen Krankheiten, Psychiatrie und Ähnlichem befassen soll. Er heißt Psychaholic. Und ich will direkt mal zwei Videos verlinken, die gestern Abend und heute Vormittag entstanden sind. Viel Spaß beim zuschauen.

Wie man sieht, kann ich unter scheinbarem Deckmantel im Internet schon mehr ich selber sein, als im normalen Leben, wo man seine Maske tragen muss. Es ist ein Leichtes meinen realen Namen herauszufinden, wenn denn wirklich die Intention dazu bestehen sollte. Wozu auch immer. Denn so interessant bin ich auch nicht. Ich habe eine besondere Schreibe manchmal, da ich nun mal im Schreiben geübt bin, aber sonst falle ich unter den Modus des Durchschnitts.Ich meine, ich selber halte mich für mich als was Besonderes, halte mich für richtig und gut, wie ich es bin. Aber im Vergleich zu Anderen, im normalen Leben, bin ich durchschnitt. Finde ich. Mein Geistesgut, das was ich im Internet und auf meinem Blog veröffentliche, veröffentlicht habe, hat manchmal eine sehr eigene Note. Woher das kommt, ist vielleicht nicht einmal wichtig. Aber für mich ist es genau so einzigartig und besonders, wie es eben ist. Und es muss nicht anders sein. So, wie es entstanden ist, ist es einfach perfekt.

Zurück zur Entlassung. Es war nichts Besonderes, ging sogar recht schnell. Einmal noch in die Oberarztvisite und den Arztbrief abholen und ich konnte schon gehen. Dann noch eine Verabschiedung bei den Patienten, ein „Tschüss“ in die Runde und noch die eine und andere Umarmung und schon war ich raus. Draußen im Wald habe ich dann das Video gemacht und mich dann auf den Weg nach Hause gemacht.

Und es ist etwas schwer zu beschreiben, wie ich mich fühle. Natürlich stehe ich jetzt erst einmal alleine da. Muss alleine wieder zurecht kommen, nachdem ich in der Klinik immer jemanden um mich hatte, jemand zum Sprechen da war oder auch für den Notfall Ansprechpartner war. Jetzt ersteinmal muss ich wieder alleine klar kommen. Will ich mit jemandem reden, so muss ich anrufen. Will ich soziale Kontakte, muss ich mich mit jemandem treffen. Fühle ich mich mal nicht gut, muss ich es mit mir selber ausmachen. Dinge, die für alle weiteren Menschen so normal erscheinen. Für mich werden sie es wieder werden. Auch dass ich voll freibestimmt entscheiden kann, was ich mache und wann ich es mache. Und trotzdem muss ich mich erstmal wieder daran gewöhnen. Ich bin nur etwas entwöhnt, das ist alles.

Ich warte jetzt auf den Rückruf aus der Tagesklinik, bin da auf der Warteliste. Und Montag meine Psychiaterin. Sowie werde ich schon mal Kontakt zu meiner Psychotherapeutin aufnehmen. Dass ich nicht ganz ungewohnt wieder in der Luft hänge. Dann Tagesklinik und dann wieder in das ganz normale Leben, mit Arbeit etc.. Wie man sieht, habe ich schon einen groben Plan. Und alles was es braucht, ist gewöhnungszeit. So, wie ich mich umgewöhnt habe zum betreuten Leben in der stationären Klinik, so muss ich es jetzt wieder mit der Zeit machen. Zeit ist das bedeutende Stichwort. Und ich werde mich etwas in Geduld üben, bis ich ganz wieder draußen angekommen bin. In der Zwischenzeit werde ich die Tagebuchschreibweise für meinen Blog weiter führen. Denn sie liegt mir. Sie gefällt mir. Und sie gibt mir etwas. Und dann nur läuft auch alles richtig. 🙂

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