Wir leben ohne Ende

Jeder Anfang birgt sein endendes Sein in der Stunde der eigenen Geburt, als auch seine Entstehung. Es ist vorausgesagt, von einem Jeden, der des Sprechens und des Denkens würdig als auch fähig ist. Alles, was beginnt, alles, was anfängt, das muss nun einfach irgendwann auch enden. Aber ist dieses vermeintliche Schicksal, nicht Garant, wie auch Versprechen für die Vergänglichkeit, die uns allen anhaftet? Und durch uns auch Jedem oder Allem, das wir erschaffen, das wir streifen und im leichten Glauben für eine Ewigkeit wollen? Und ist das des Umkehrschlusses Ergebnis, so stellt sich die reine Frage danach, wie wir etwas ohne Ende, ohne Vergänglichkeit aus dem Sterbenden Sein erschaffen können. Ein Paradoxon, das sich aus der einfachen Überlegung, der klaren Ausformulierung bildet. Und das wir, wenn wir egal an was, glauben wollen, aus den Angeln heben müssen.

Das Endende Sein

„Mensch, aus Staub entstandest Du und zu Staub wirst Du wieder werden.“ Je nach Glauben, kennen Sie den Spruch aus dem Aschermittwoch. Mit einem Aschekreuz wird es uns auf der Stirn verewigt. Auf dass wir nicht vergessen, was wir sind und was wir wieder werden.

„Alles, was einen Anfang hat, hat auch ein Ende.“ Das werden Sie ebenso bereits kennen. Der Leitsatz für den letzten Teil der Matrix Trilogie.

Ich könnte in unendlichen Zeilen, unermesslichen Zitaten, Ihnen genau das näher bringen. Wir wurden aus dem Nichts erschaffen und genau dazu werden wir auch wieder. Und alles, was mit uns begonnen hat, das löst sich ebenso nur auf.

Ich glaube das nicht. Wie könnte ich sonst einen jeden Morgen aufstehen? Wissend, dass ein jeder Tag, nur eine Kette am Glied zum Tode ist. Wissend, begreifend, das ich, wie auch alles, was mich berührte in einem Zeitraum von einem Jahrhundert, zum Nichts verkommt.

Wir werden Sterben. So oder so.

Aber es ist der Glaube, das Vertrauen darauf, dass es noch etwas gibt, der uns leben lässt.

Gerechtigkeit? Eine höhere Macht? Irgendetwas, das aus unserer Existenz mehr macht als eine ablaufende Uhr. Denn das bin ich bei Leibe nicht. Und Sie genau so wenig. Das verspreche ich Ihnen.

Wir leben den Anfang

Jeden Tag, da stehen wir auf. Am Abend da legen wir uns zur Ruhe, da wir wissen, es gibt immer einen Neuanfang. Ein Tag zu Ende, ein Neuer der beginnt. Jeden Tag, die neue und einzigartige Chance, das er unser Bester sein könnte.

Motiviert und unseren Fähigkeiten gerecht, da widmen wir uns dem, was sich Arbeit schimpft. Wir tun oft mehr, als wir nur müssen. Und manchesmal, da tun wir es sogar sehr gern. Denn wir wissen wofür.

Wir verlieben uns nicht in dem Wissen, das es enden wird. Wir tun es auf jedes Mal in dem Vertrauen, dass es diesmal, nur das einzige Mal, für immer sein könnte.

Wir hoffen, wir glauben und irgendwie, da vertrauen wir auch.

Ja, worauf?

Auf einen Glauben, einen Sinn, einen Zweck.

Den es geben muss, auch wenn wir ihn niemals erfahren sollten.

Ist es Schicksal? Ist es Fügung? Es ist, wie es sein sollte. Und das jedes Mal aufs Neue.

Wir beginnen, wir fangen an und wissen doch, dass alles irgendwann zu Ende ist.

Aber das interessiert uns in dem Moment absolut nicht. Wir geben alles, opfern alles in diese eine Sache, da sie erst durch uns und unsere Taten einen Sinn bekommt. Also durch unseren gelebten Anfang bekommt sie den Sinn, den wir ihr vorher im Glauben zusprachen.

Wir leben den Anfang, geben den Sinn und glauben daran.

Wir leben nicht … um zu sterben

Wenn ich aber einer Sache den Sinn erst gebe, so muss sie natürlich sterben, wenn ich es tue. Denn aus Staub, der reinen Kreativität erwachsen, muss die Zeit es auflösen. Als Platz für etwas Neues. Den ewigen Neubeginn, der jedem Lebewesen, zu egal welcher Zeit zusteht. Und das braucht Raum, das braucht Platz und ebenso die Zeit.

Wir wissen, dass wir eines Tages nicht mehr sind. Und das ist gut so. Denn wir hatten unsere Chance. Neue Leben, neue Seelen, die sich nun ausprobieren dürfen.

Aber ich sage voraus, und das wissen Sie ebenso, dass dieses neuen Leben, das Gleiche glauben werden wie wir genau jetzt. Andere Zeiten, andere Muster, aber die Grundsätze sind absolut die Gleichen.

Liebe, Träume, Hoffnung, Sinn und Ziel.

Man darf fragen, wer ihnen das gegeben hat. Ein suchender Geist? Eine Seele? Das Mehr in uns, das sich nicht mit dem Nicht alleine zufrieden geben will?

Oder aber waren wir es?

Wir, die vorher schon lebten?

Habe wir durch unseren Glauben, den kleinen Kampf im endenden Sein, ihnen in der Zukunft den Weg zu suchen geebnet? Gedanken ermöglicht, die sie weiterkommen lassen?

Ein perfides Beispiel:

Es gab einmal eine Zeit, da hat sich einer überlegt, wie er einen Stein an einen Stab befestigt. Vollkommen ohne Sinn und Zusammenhang damals. Wozu und zu welchem Zweck? Er tat es dennoch. Er alleine überlegte sich, wie es gehen könnte. Und es mag sein, dass er in dieser Überlegung, sogar schon weiter dachte. Was man damit alles machen könnte, wozu man es benötigen könnte und was auch dafür wieder gebraucht würde.

Er tat es, zeigte es dem Umfeld und es wurde weitergegeben. In der Praxis war es eher der Stein am Stab als erste Axt. Aber so ist nun mal unser Sein ausgelegt. Erst zur Verteidigung, wie auch dem Angriff zugewandt. Wir sind sterblich und als das brauchen wir zuerst etwas, das dagegen wirken könnte.

Wissen Sie den Namen von dem, der als erstes einen Stein am Stab befestigte?

Ich ebenso wenig.

Heutzutage benutzen wir es im Alltag, in selbstschaffender Arbeit. Der Mensch, dieses Wesen, das sich dem simplen Gedanken vor fast Äonen von Jahren widmete, den gibt es nicht mehr. Er ist im Strudel der Jahrhunderte vergangen.

Aber seine Idee?

Niemals.

Sie lebt im Alltag, in Werbespots, in jeder Sekunde, in der wir es verwenden einfach weiter. Wusste er das damals? Ganz sicher nicht. Und ich behaupte, niemals auch nur, hat er sich Gedanken darüber gemacht, das er verenden würde. Und niemals jemand auch nur sein kleines Werk benutzen würde. Und dennoch tun wir es. Über Jahrhunderte hindurch, hat es sich erhalten. Und man kann sagen, dass auch wenn wir es nicht wissen, ihn nicht kennen, sein einer Gedanke, schon fast ewig lebt.

Ein simples Beispiel, das Ihnen nicht zeigen soll, dass Sie etwas finden müssen, was die Jahrhunderte überdauern kann. Sondern, wie Sie ohne einen Gedanken an die Sterblichkeit zu verschwenden, sich Ihrem eigenen Alltag widmen und nur in diesem begrenztem Raum wirken. Und daraus selber kann eine Idee alleine, für Jahrhunderte überleben.

Es ist der Glaube, der unsterblich macht. Der Glaube von Anderen an eine einfache Sache von Ihnen. Den Nutzen, den diese daraus ziehen, ohne, dass Sie persönlich jemals daran gedacht haben.

Das Puzzle der Menschheit

Wir alle, jeder einzelne Mensch sind ein winziges Puzzleteil. Ein Teil, das nur für einen geraumen Zeitpunkt präsent ist. In einer Zeit, zu der es nur sein kann. Nehmen wir diese Zeit als simples Bild, so wird es erst vollendet und zum fertig präsentierten Abbild eines Meisterwerkes, wenn nicht ein Teil fehlt. Das Bild, was daraus entsteht, ist das Wissen, was die Zukunft und das nächste Puzzle zur Weiterentwicklung braucht.

Manche Teile sind wertvoller und stehen in Bibliotheken alleine verewigt. Aber das Gesamtbild kann niemals vollendet werden, wenn nur ein Teil einfach fehlt. Sie sind ein Puzzleteil, ich bin ebenso nur ein kleines. Zusammen erschaffen wir das Bild der Zukunft. Zusammen flicken wir einen Teppich aus Löchern, einen Höllenschlund aus Schwarz oder aber den Weg in einen weiten Horizont.

Gehen wir weiter, so vermuten wir sogar, dass Sie, wie auch ich, Einfluss auf die Gesamtfärbung haben. Um so mehr Schwarz, um so mehr Dunkel am Ende.

Ein schönes Bild, eine angenehme Vorstellung. Denn Sie sagt Ihnen, dass auch Sie persönlich für das Gesamtbild von Nöten und von Nutzen sind. Ohne Sie geht es nicht. Ohne Ihre kleinen Schritten, diesen ewigen kleinen Kampf im Alltag, fehlt der Zukunft vielleicht nur ein Schritt, ein winziges Puzzleteil, das sie weiterbringt.

Nein, ich rede nicht von Verantwortung. Die können Sie nehmen, wie Sie es persönlich möchten. Denn in dem Sinne, wie Sie es tun, färben Sie nur Ihr Ich des Teiles für das Gesamtbild.

Das Ganze ist im Grunde eine Metapher. Aber Metaphern sprechen bildlich, damit sich etwas greifen und besser verstehen lässt. Deswegen sind sie keine reine Erfindung, sondern produzieren ebenso eine Wahrheit. Genau so wie Fabeln, die Tiere zum Mittel sprechen lassen und dennoch den Sinn erfassen.

Im Enden finden wir unsere Ewigkeit

Eine begrenzte Zeit nur, die wir zur Verfügung haben. Keine Vorgaben, absolut keine Weisung, wie zu verbringen. Wir leben, im Jetzt, auf dem Weg in eine Zukunft. Eine Zukunft, die wir sehr wahrscheinlich niemals sehen oder erahnen können. Aber, das brauchen wir auch nicht. Wir haben unsere Ewigkeit. In jeder Sekunde, die nur so schnell verfliegt, wie wir es selber zulassen. Ein Blick, der außerhalb jeder Zeit steht. Uns alleine obliegt es, Sekunden zur Ewigkeit zu formen und die Welt sich weiterdrehen zu lassen. An uns vorbei, wie im Vakuum einer Zeit, das es niemals gibt. Und doch können wir es fühlen. Wenn wir vergessen, das wir irgendwann nun nicht mehr sind. Nur dann können wir sein. Leben und schaffen für uns im Kleinen, für die Welt im Großen. Aus Staub wurden wir geboren, aber wie der Wind uns auseinander zu tragen weiß, so vermögen wir die ganze Welt zu berühren. Ebenso ohne Zeit, ohne eine einzelne Bewegung. Das ist unsere moderne Technologie, der Weg, den unsere Zeit, unsere Welt, diese Gesellschaft in der Vergangenheit gebildet hat. Die Zukunft, das ist ein Teil von Ihnen. Ein Teil Ihrer Selbst, Ihres Schaffens und auch Glaubens. Sie alleine sind genau das, was eine Zukunft genau jetzt nur braucht. In dem Sie einfach sind was sie sind. Nur Sie. Ein Ich im endenden Sein.

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