Wer bin ich? Bin ich das Du, das keiner Frage entbehrt. Oder bin ich das ich, das in Frage sich selber gebiert? Finde ich mich, in Frage, in reiner Überlegung. So, wie sich Individuum rein selber erschafft? Oder verliere ich mich im Schlund der Tiefe, die solche Frage ergibt? Die Frage zu stellen, heißt Überlegung über Sinn und Zweck an zu stoßen. Aber birgt das Sinn oder ist dies rein eines Unsinnes Fenster?

Man fragt „Wer bin ich“ und erwartet eine Antwort aus der Fremde, die einen selbst nicht genau zu kennen hat. So, wie sich Aufgabe und Pflicht gebiert, so ist dies dann auch bei der Antwort auf diese Frage. Denn ein Anderer, ein Fremder sogar, der antwortet mit Schublade oder Vorurteil. Mit dem Blick von Außen, mit der Brille des Durchschnittes und der Maske der Alltäglichkeit.

Die Antwort auf so eine Frage, die findet man nicht im Stellen, im Fragen, vielleicht noch nicht mal in der Überlegung. Man folgt einem Pfad, dem eigenen, und findet rein ein Selbst. Keine Biegung, die ein Fremder einem zeigen kann. Kein Pfad der von Außen zu weisen ist. Man folgt und findet, das reine kleine Ich auf eigenstem Weg. So stellt man nicht die Frage, man findet rein den ureigensten Weg und die Überlegung nach dem Ich beantwortet sich von selbst.

So gleicht das Stellen dieser Frage dem Unsinn. Aber mehr es noch beweist, dass ein Individuum verloren zu sein scheint, im Wust der Fragen, im Suchen des eigenen Weges und letztendlich der Klarheit über die eigene Existenz. Wir fragen und suchen den Sinn stellen- und phasenweise und finden doch nur heraus, dass es nicht immer eine klare Antwort auf unsere Fragen gibt. So stellen wir und suchen wir und finden am Ende doch nur ein Selbst. Pfad, der sich aus der Frage gebiert.

So beende ich diesen kleinen Artikel über die Frage nach dem Ich, die ein Individuum im Leben ab und an zu stellen hat. Ist es Unsinn, ist es das auch nicht, die Überlegung beginnt mit der Frage und dem ersten Stolperstein des freien Denkens, die die Suche nach dem Ich ergibt.

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Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."