Träume wiegen den Geist im gleißenden Licht seines eigenen Horizontes. Dessen, was er greifen, sich ergreifen darf und kann. Noch in unerreichbarer Höhe, wiegt es sich immer tiefer hinab auf gleiche Ebene, bis er nach verstreichender Zeit sich auf dem Horizont eben jener wieder befindet.

Wenn Träume mich besuchen, dann lade ich sie ein. Zu verweilen, zu bleiben, zu verharren und sich mir ganz zu präsentieren. Ich wiege sie in die weichen Kissen der Reinen an Hoffnung und decke sie mit Selbstvertrauen zu. Ich streiche behutsam über ihre Oberfläche, nehme sie ganz und gar in Augenschein. Behutsam bewundere ich sie. Von oben, von unten, von rechts und von links. Und dann nur, bewerte ich sie niemals, nein, ich rechne nicht mal voraus, über Möglichkeit oder Potential. Ich nehme sie, bewahre sie auf und lasse sie stehen, bestehen im Geist dem Meinen. Denn dem Traum des Augenblicks, dem ist die Macht jeder Ewigkeit inne. Er kann bewirken, kann fliegen lassen, empor heben und ermöglichen. Eine Zukunft als Möglichkeit, als Variation des simplen Etwases, das nun mal ist. Er ist wie das unendliche Tor in eine greifbare Zukunft, die sein kann, werden wird und irgendwann dann auch simpel ist.

Wenn Träume mich besuchen, dann bin ich unendlich dankbar. Für einen Geist, der ihrer noch mächtig ist. Einen Verstand, den die Realität noch nicht vergiftet hat. Der trotz aller Gewalt und Schrecklichkeiten, sich seine Grenzenlosigkeit hat nicht nehmen lassen. Denn die Freiheit, sie beginnt im Geist und gerade der Unendlichkeit jedweder Möglichkeit. So ergreife ich jedes Mal die Chance, die Unendlichkeit und Allmöglichkeit durch das Tor des Traumes besuchen zu dürfen.

Wenn Träume mich besuchen, dann male ich die schönsten und buntesten Bilder. Zuerst im Verstand und dann über die Kunst der drehenden Worte, die selber sprechend ein eingefrorenes Bild zeichnen, das einfach nur stehen bleibt. Denn was dem Worte entspringt, das bildet die Wahrheit. Für einen, für Viele oder noch viel mehr. Zuerst beginnt es mit dem Wort, das dem Verstand entspringt, der sich seine Grenzenlosigkeit erhalten hat. Dann kommt das Verständnis und Begreifen dazu. So male ich mit den Buchstaben jedes schöne Bild, dessen ich mächtig bin und zeichne und male nur einfach weiter. Genau so, wie es der Odem des Lebens es verlangt.

Wenn Träume mich besuchen, dann atmet meine Seele ein jedes Mal auf. Denn es ist ihr gestattet, wieder zu fliegen. Sich zu erheben über die Grenzen der Menschlichkeit und den Horizont eines Himmels zu besuchen, nach der es die Freiheit verlangt. Denn wer die Flügel des fliegenden Geistes nun einmal besitzt, der muss sich auch erheben, sie ausbreiten und im wilden Wind treiben lassen. Auf dass er die Freiheit eines jeden Fluges im Innersten spüren kann.

Wenn Träume mich besuchen, dann erfasst mich die frische Brise der Unendlichkeit. Denn das Träumen an sich, es ist wie verboten in einer Welt der Pflichten und Aufgaben. Es geht unter im Trubel des Alltages, in Terminen und Sekunden der Betriebsamkeit.

Aber wer sich das Träumen erhält, der erhält sich auch jede Möglichkeit der Variation an Zukunft. Sie erst ermöglichen, zeichnen vor was möglich wäre und bereiten vor, was vielleicht unbewusst sich bilden will. So erhalte Dir Deine Träume. Deine Möglichkeiten und Variationen. Denn eine andere Wahl, die hast Du im Innersten für wahr wirklich nicht. Fliege ab und an und tauche zu tief in das Meer der Tiefgründigkeit und lasse Dich wieder an die Oberfläche spülen und die Wirklichkeit in anderem Licht erblicken.

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Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."