Ich lese gerade ein Buch (ja das mache ich auch nebenher, wenn ich denn mal die Zeit dafür finde) und darin gibt es eine Passage, die ich gerne auf meinem Blog hätte, mit meinem Leser (zukünftige und auch jetzige) teilen würde. Genau deswegen jetzt die kurze auch etwas längere Passage daraus. Gerade als selber Schreiberling achte ich darauf, wie so eine Einleitung erschaffen ist. Und manchmal trifft man auf ein Einod an kleiner eigener Kunst, das man gerne sammeln und behalten würde. Nun, ich habe hier die Gelegenheit dazu. Also folgen Sie mir kurz:

Es ist die Einleitung aus dem Buch „Die Versuchung des Commissario Ricciardi“ von Maurizio de Giovanni.
Inhalt: Commissario Ricciardi ist ein Ermittler mit einer besonderen Fähigkeit. Der intelligente, melancholische Einzelgänger aus reichem Elternhaus besitzt eine Gabe, die sein Schicksal bestimmt: Er hört die letzten Gedanken von Ermordeten, sieht sie gefangen im Augenblick ihres Todes.

Neapel, kurz vor Ostern. In einem Luxusbordell wird die schönste und berühmteste Prostituierte der Stadt ermordet aufgefunden, offensichtlich mithilfe eines Kissens erstickt: Vipera, mit bürgerlichem Namen Maria Rosaria Cennamo. Die Spur führt den charismatischen Commissario schnell zu den beiden Stammkunden der Prostituierten – doch sie scheinen nicht die einzigen Verdächtigen zu sein …
Wieder ein schwieriger Fall für den Commissario – zumal auch privat alles recht kompliziert ist: Er ist hin- und hergerissen zwischen der schüchternen Enrica, die immer noch darauf hofft, Ricciardis Herz endlich für sich zu gewinnen, und der mondänen Schönheit Livia, die das Feld auch nicht freiwillig räumen wird …

Kommen wir jetzt zu der einmaligen, kunstfertigen Einleitung:

„Weißt du überhaupt, was Liebe ist?
Etwas, das du für ein paar Lire verkaufst, fünf Minuten auf dir, keine Zeit für Blicke oder Zärtlichkeiten? Und du glaubst zu wissen, was Liebe ist? Was weißt du von der Sehnsucht, vom ängstlichen Warten auf ein Wort, ein Lächeln?
Dein Körper, der sich jetzt heftig unter mir bewegt, deine langen, weißen Beine, die meine Hüfte umklammern, glaubst du, das sei Liebe?
Ich habe die Liebe kennengelernt, weißt du. Sie besteht aus Schmerz und Wehmut, aus Trennung und Wiedersehen. Sie nutzt sich nicht ab in einem Augenblick, entsteht und stirbt nicht an Orten
wie diesem, bei Klaviermusik und dem Geruch von Desinfektionsmittel. Liebe besteht aus frischer Luft und Blumen, aus Tränen und Lachen.

Du krallst deine Fingernägel in meinen Rücken, streckst mir dein Becken entgegen, und glaubst, die Liebe zu kennen, doch du kennst sie nicht.
Du spielst allen anderen ständig etwas vor, sogar die Lust, die du nicht empfindest. Du verstellst dich, bist nie ungeschminkt: getuschte Wimpern, roter Herzmund, ein Schönheitsfleck auf der Wange. Nichts an dir ist echt. Nicht die teuren Kleider aus Organza und bedrucktem Tüll, die hier drin, im sogenannten Haus der Liebe, nur du dir leisten kannst, nicht das französische Parfum, das die Luft verpestet.
Ich weiß, was wahre Liebe ist: Sie lässt dich nachts nicht schlafen, lässt dich hoffen und verzweifeln, die Gedanken werden zu Träumen und die Träume zu 

Gedanken. Sie braucht keine Negermusik, damit das Blut dir schneller durch die Adern fließt, auch kein Parfum, um dir die Sinne zu benebeln.
Was würdest du antworten, wenn ich dich frage, was Liebe ist, während du unter meinen Händen stöhnst, deine Brust gegen meine drückst?
Vielleicht würdest du lachen, so wie eben, mit weißen Zähnen und schwarzen Augen, die Hand auf der Hüfte im seidenen Kleid.
Und würdest sagen, dass Liebe genau das hier ist, ein Bordellzimmer, Spitzenunterwäsche, Kerzen, Satin, Boas aus Straußenfedern.
Dass Liebe Luxus ist, Wohlstand, nicht darüber nachzudenken, wie man für sein Essen sorgt. Vielleicht würdest du auch sagen, dass die Liebe nur kurz anhält, aus ein paar bezahlten Minuten besteht. Und dass man aus dem Rest eben das Beste machen sollte.
Keine Angst, ich werde dich nicht fragen, was Liebe ist. Ich brauche nicht noch mehr Lügen aus deinem rot angemalten Mund. Es reicht mir, deinen warmen Körper wie jetzt unter mir zu spüren, zu fühlen, wie er sich im Rhythmus deines Atems bewegt. Immer langsamer und langsamer.
Und deine Klagen verstummen zu hören unter dem Kissen, das ich dir aufs Gesicht drücke.“

Ich finde, diese Einleitung spricht für sich. Und sehr schnell macht sie einem klar, in was für einem Metier man sich begibt, wenn man sich auf das Buch einlässt. Ich bin durch Zufall darüber gestolpert und noch nicht sehr weit. Erst auf Seite 70. Aber ich habe mir schon fest vorgenommen mich dem Buch jetzt gleich zu widmen. Etwas Musik an im Hintergrund, dann einen heißen Kaffee und ab aufs Sofa und für ein paar Stunden mal wieder in die schaffenden und träumenden Worte abtauchen. Und wenn man da einen Autor hat, der sein Handwerk versteht, dann kann man sich getrost in diese fremde, bald sehr bekannte Welt, entführen lassen. Vielleicht schreibe ich noch einen Artikel über das Buch. Wie es mir gefallen hat, der Inhalt die Story etc. Aber das entscheide ich in der Zukunft.

Ich überlasse sie jetzt wieder Ihrem Leben und den Bahnen, die sie lenken und auch lenken lassen. Auf dass auch sie einen besonderen Moment finden können, in dem sie einfach aufgehen. Auf Bald.

PS: Am Ende noch ein kurzer Link, wo Sie das Buch finden können, falls Sie sich eine Leseprobe laden wollen, es selber einmal genießen wollen. Suhrkamp: Link folgen

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Categories: BeziehungenBücher

Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."