Weihnachten mal Alleine – Muss das falsch sein?

Weihnachten, das fast größte Fest unserer modernen Gesellschaft. Millionen werden daran verdient und ein jeder erfreut sich der freien Tage. Vorher noch der nervige Stress und dann die Ruhe der Gelassenheit. Weil man es verdient hat, weil ich es verdient habe, weil Du es Dir verdient hast. Einfach mal alles ruhen lassen und die Welt Welt sein lassen und sich auf das konzentrieren, was wirklich wichtig ist. Die Familie, die Freunde, einfach die liebsten Menschen, die man um sich hat.

Als ich heute durch den Düsseldorfer HBF ging, sah ich eine Werbung. Dass Millionen Weihnachten alleine verbringen würden. Es wurde dann so etwas wie Selbsthilfe oder Möglichkeit sich mit anderen zu verbinden angeboten durch z.B. irgendeinen Christian, der diese Aktion ins Leben gerufen haben solle.

Nun, dann will ich mich einmal direkt outen. Ich verbringe Weihnachten z.B. alleine. Aber zum größten Teil aus Entscheidung. Ich habe im Moment sehr wenig Lust auf andere Menschen. Durch den ganzen Stress und die vielen Stunden, die ich auf der Arbeit reiße, natürlich mit fettem Überstundenkonto, das ich ausgezahlt bekomme, bin ich wirklich mal froh, ein paar tage frei zu haben und mal niemanden sehen zu müssen. Ich bin jetzt nicht die ganzen Tage alleine. Zwischendurch bin ich noch bei meinem Sohn, vielleicht treffe ich mich noch über die Tage mit ein paar Freunden. Aber heute Abend verbringe ich nur mit mir. Den Heiligabend mal ohne andere Gesellschaft. Und da bin ich wirklich mal froh und dankbar für und drüber.

Dieses Plakat aber setzt jetzt voraus, dass es ein Manko sei, den Tag alleine zu verbringen. Sicher, wenn man niemanden im Leben hat, der einem etwas bedeutet, wenn da draußen niemand mehr ist, der einen kennt. Dann ist auch das Fest Weihnachten nicht wirklich das Problem. Dann besteht da ein grundlegendes Problem, was man vielleicht mal angehen sollte. Sich wenigstens Gedanken drüber machen, warum das so ist.

Was mich an dieser Werbung stört, ist die Tatsache, dass das Allein Sein als Problem dargestellt wird. Dabei ist doch umgekehrt das Problem, dass niemand mehr wirklich alleine sein kann. Man muss es heutzutage auch nicht wirklich noch. Über das Handy ist man immer und überall erreichbar. Durch das Social Media sieht man dauernd, was bei Anderen los ist. Man hat immer wieder irgendwelchen Input von anderen Menschen. So richtig alleine? Wann ist man das heutzutage denn noch?

Ich bin da anders. Ich nehme mir die Zeit nur für mich. Dann reagiere ich nicht mehr auf WhatsApp, dann bleibt Facebook, Instagram, Twitter einfach aus und neben liegen. Nicht alles muss man teilen. Es reicht auch vollkommen, mal seine Momente/Zeit zu verbringen, ohne dass man der Welt zeigen muss, was man eben macht.

Ich z.B. werde gleich eine Serie oder Film sehen, hab ich noch nicht entschieden. Jetzt noch kurz der Artikel, nebenher noch was Computer gespielt. Und dann aber lasse ich mich selber einfach entspannen. Das ist es, wofür ich die Tage benutze. Kein Stress mit der Familie, kein aufgesetztes Lächeln, kein Müssen und Sollen, sondern einfach nur ein Wollen, was ich eben will. Wir kriegen im Alltag zu sehr vorgeschrieben, werden hin und her geschickt, da ist ein genommener Freiraum einfach mal eine wohltat.

Und ich sehe das auch nicht als Manko, dass ich dieses Jahr so verfahre. Mir reicht es so, ich fühle mich so wohl und höre einfach mal darauf, was ich nur will. Als gehetzt durch die Feiertage zu eilen und am Ende noch geschaffter als erholt aus ihnen hervor zu gehen.

Wer mag, der kommentiere gerne, wie er Weihnachten verbringt, verbracht hat? Würde mich interessieren. Bis zum nächsten Artikel mit diesmal einigermaßen kurzen Zeilen.

Author: Nismion LeVieth

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. Des Sprechens niemals müde, des Schreibens nur in Liebe geknechtet, so gibt es Vieles, Manches noch mehr, im Namen der Dreien, die als dann nur Einer sind: Bruno T Schelig; B.T.Trybowski; Nismion LeVieth. Spuren, denen man folgen will, die findet man rein selber. Der Instinkt, an Neugier gebunden, er weist den richtigen Weg.

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