Vom weißen Reiter

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Schnaubend senkte sie ihr Haupt hernieder, stupste ihn sanft in die Seite und er konnte ein Lächeln nicht unterdrücken. Er schickte die Gedanken zurück in den Kerker des Innern und wandte sich seinem liebsten Gefährten zu. Beruhigend streichelte er die Stute und ging dann um sie herum, um sich auf den Sattel zu schwingen.

Er hatte vor einer wichtigen Entscheidung gestanden. Eine, die er nicht treffen konnte und doch, irgendwie musste. Das Problem war, dass diese simple Überlegung sein ganzes Sein, seine Existenz in Frage stellte. Und das sollte, durfte so nicht sein.

Seit je her, war er der Reiter gewesen, der weiße Reiter.

Er eilte zur Hilfe, wenn eine unschuldige Seele ihn brauchte. Er rettete, beschützte und unterstützte die, die ihn brauchten. Das nun schon seit Jahrhunderten, Jahrtausenden. Es war gut gewesen, richtig und auch, ja irgendwie wichtig.

Aber er kam nicht daran vorbei zu bemerken, dass er sein Werk immer besser tat, aber immer weniger bewirkte. Er, der weiße Reiter, brachte sein warmes Licht über die Hilflosen, Verletzten, Schwachen. Nein, es wurden mit den Jahrzehnten nicht weniger. Sicher, auch nicht mehr. Die Waage hielt sich selber einfach im Gleichgewicht.

Und genau das, war das Problem. So viel Gutes er auch tat, so sehr er auch in das Handwerk des Übels eingriff, so wenig bewirkte er nun schon seit bereits Tausenden von Jahren.

Die Menschen, die er rettete, blieben hilflos und schwach. Das Böse, was in diesem Moment an Kraft gewonnen hatte, verlor seine Macht nur jetzt, sonst niemals. Mit der Zeit, blieb das Dunkel erhalten und die Opfer wurden immer schwächer. Dies, war sein Werk …

Nein, er zweifelte niemals.

Wie könnte er?

Er war so geboren, erschaffen in Willen und Tatendrang. Keine höhere Macht, vielleicht noch nicht einmal ein Plan, nur das Feuer einer unsterblichen Seele, das die Grenzen der Natur nicht akzeptierte und eigene Übernatur geboren hatte.

Es gab mal eine Zeit, da ritt er an der Seite des Höllenfeuers. Er war der schwarze Reiter gewesen. Der Namenlose, ohne Gesicht oder Existenz.

Seine Stute hob wiehernd das Haupt zum Himmel, erhob die hufen und ließ ihre Kraft durch die angespannten Sehnen fließen.

Sie hatte Recht.

Gedanken zerstörten, hemmten und behinderten.

Er zog die Zügel straff und sogleich sprengte sie los in die Weite der unendlichen Zukunft.

Es würde geschehen. Opfer würden immer Opfer bleiben. Täter immer Täter und Dämonen oder Engel, waren alleine in ihre Rolle gepresst.

Dort vorne erhob sich das brennende Portal in die Höhe, offenbarte den Schlund zur Hölle, in den sich niemand wagen würde. Er ritt geradewegs darauf zu und seine Stute sprang ohne Zögern hinein.

Es würde geschehen. Dämonen würden sich erheben und sich gegen ihn stellen. Feuerspeiende Wesen im immerwährenden Hunger versuchen, seine Seele zu verschlingen. Er war gewappnet, vorbereitet und würde dem Teufel, dem Herrscher der Hölle die eigene Stirn bieten. Sein Haupt sollte zu Boden rollen, sein Blut das Meer seiner neuen Taufe sein. Auf dass der weiße Reiter erneut in schwarzer Existenz geboren werden konnte.

Wie gesagt, er zweifelte niemals. Er tat einfach.

Und vielleicht war es dieses Mal ein besseres Werk als das seit Jahrtausenden?

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