Unschuld im tiefen Wald

Wie die zarte Rose ihre Blütenblätter pellend offenbart, so nur bietest du zaghaft Dein Inneres an. Auf dass sich jemand Deiner Knospe vorsichtig nähere und ihr die Aufmerksamkeit schenkt, die sie alleine verdient. Denn so schüchtern du bist, genau so verletzlich bist Du auch. Deswegen nur, versteckt die Unschuld sich Read more…

Die weiße Unschuld

Neben dem geiferndem Maul des Tigers bewahrt sie sich ihre Reinheit. Trotz der vernichtenden Macht der wildesten Natur bleibt sie nur sanft. Sie ist die Eine, die Kleine, die Sanftmütige, die Reine. Das Schwarz breitet seine allumfassenden Schwingen aus. Möchte erfassen und bedecken. In den dunkelsten Abgrund hinunter schicken. Sie aber wehrt sich nicht. Die Unschuld, das Unberührbare, ist ihr ewiges Mahnmal und schreckt die Dunkelheit so nur ab. Es wagt es nicht, sie zu berühren, aus Angst sich an ihrem Weiß die Spitzen zu verbrennen. Keine Gewalt, keine nur Gegenwehr. Simple Existenz, die sich durch ihr Sein, ein Glashaus erbaut hat. Zerbrechlich, so leicht zu zerstören und dennoch massiv wie der stärkste Stahl. Denn wer sie erblickt, der muss sie bewundern. Wer ihr begegnet, der muss sie verehren. Und wer sie begreift, nur der wird erinnert an das, was er vergessen hat. Was die raue Welt versucht zu vergraben und vernichten. Zu zerfetzen und zu zerreißen. Das weiße Tuch, das den Frieden einläutet. Es nur, wirkt bei den Dämonen als Provokation. Und dennoch wagen sie nicht, diese eine Grenze zu überschreiten. Denn sie alleine verstecken sich im Dunkeln und fürchten jedes nur helle Licht. Und diese eine weiße Existenz ist wie der glimmende Funke eines niemals vergehenden Himmels. Eine Erinnerung an bessere Zeiten. Ein Blick in die vollkommene Zukunft. Das Urteil das die Gerechtigkeit in die Herzen manövriert. So ist dieses kleine Sein, weit mehr nur als bloßer Zufall. Obwohl der harten Welt, hat sie sich ihre Verletzlichkeit erhalten. Und hier und da, im tanzenden Schritt, bringt sie die Unbedarftheit zurück. (mehr …)