Sie sehnt sich nach Dir. Ist hungrig nach Deiner Nähe. Sie sucht die Aufmerksamkeit Deiner Person, Deiner Worte, Deiner Gesten und kleinen Besonderheiten. Sie weiß um Dich, um sich selber und um Eure Verbindung zueinander. Und wie die Zeit auch spielt, sie wird Deine Hand niemals loslassen. Dich begleiten durch die Stürme eines Lebens. Hoch und auch hernieder mit Dir segeln und dabei ist das Vertrauen der einzige Fährmann. Sie weiß nicht, wohin es gehen wird und das genau macht ihr doch einfach nichts aus. Solange Ihr beieinander seid, kann es die Hölle als auch der Himmel sein. Jede Grundlage wird in Eurer Verbindung zu einem Paradies.

Das Besondere findet sich in der Sekunde. Im kleinsten Moment, der vergehend doch nur die Ewigkeit beinhaltet. Ein Kuss, die sanfte Berührung, die feste Umarmung, der erhaschte Blick, das versteckte lächeln. Es ist egal, was genau es ist. In Masse werden sich diese Kleinigkeiten sammeln und ein Bild so zeichnen, das einzigartiger so nur niemals sein kann.

Das Kleinste zeichnet das größte Paradies. Die Nebensächlichkeiten malen die wunderbarste Wirklichkeit. Und die Gefühle im Tosen der verbundenen Herzen, sie schweigen niemals und spülen an am Meer der inneren Verschwiegenheit. Die Brandung am Strande der Realität, schwappt hoch und auch hernieder. Senkt hinab und hebt da hoch in des Himmels eigene Weiten. Wer der Strömung folgt, nur der findet die eigene Freiheit.

Aber so sehr auch die Zweien verbunden zu sein scheinen. So können sie auch ohne einander. Jeder geht seinen eigenen Pfad auf den Irrwegen eines Lebens. Und zwischendurch da treffen sie sich phasenweise wieder. Erzählen einander von den Erfahrungen, die sie machen durften. Schildern die Lehren, die manche Prüfung für sie bereit hielt. Und so, wie sie das Schildern lieben, noch mehr mögen sie die Liebkosung der Worte, die von den Erfahrungen des Anderen erzählt.

Sie sind zwei, die nicht gleich sind. Eher von Verschiedenartigkeit ausgezeichnet. Und doch sind sie verbunden im gleichen Gefühl. Wie Wanderer im tiefsten Wald, suchen sie einander nicht, sondern finden sich unbewusst immer wieder trotz vorherrschender Dunkelheit. Und so, wie sie sich missen, wenn sie sich nicht haben, so sehr ergötzen sie sich an gemeinsamen Momenten.

Wandert einer alleine im Grau dieses Lebens umher. So findet ihn der Andere um ihm die Farbe zurück zu bringen. So schenken sie einander unendlich viel und doch ist es nichts rein materielles, als vielmehr die wertvolle Erfahrung. Sie sind zwei oder doch nur eins? So genau kann das niemand beantworten. Und wem sie begegnen, Hand in Hand, den nur stecken sie an mit dem vorherrschenden Gefühl. Wie ein Virus breitet es sich aus und nimmt die Individuen einer Gemeinschaft gefangen.

So betrachten wir einsame Wanderer diese traute Zweisamkeit. Wir kennen es selber nur zu genau. Einstmal oder erst neulich, durften auch wir dies erleben. Und was diese Zwei da haben, das ist die Erfüllung eines Traumes, die ein Anderer in der Wirklichkeit verfestigt. Wir missen sie nicht und doch sehnen wir uns nach ihr. Und wir wissen, irgendwann da haben auch wir diese eine Erfahrung nur wieder. Und wir werden sie erleben, in sie tauchen, sie aufnehmen mit allen Sinnen. Wir wissen nicht, wie lange sie andauern wird. Aber der Hoheflug der Gefühle wird uns weit von der harten Realität hinweg tragen. Ab und an, da lassen wir uns darauf ein. Lassen uns gefangen nehmen von der Verbindung zweier Seelen. Und was es uns am Ende auch bringen mag, missen wollen wir diese Liebe so niemals. Ob es von Dauer ist oder nur ein kurzer Moment. Es ist die Erfahrung des Selben, die es rein wieder adelt. So nehmen wir sie, wo immer wir sie auch kriegen können. Und was am Ende bleibt? Das wissen nur die Schicksalsspinner, die die Fäden verweben und drehend neu aneinander knüpfen. Wir wollen es nicht und doch müssen wir uns ihnen unterwerfen. Denn eine andere Wahl, die bleibt uns einmal nun nicht.