Es reicht einfach aus …

Im Moment habe ich es wieder schwer. Ich weiß nicht, woran es genau liegt. Was der ausschlaggebende Faktor ist, der mich mal wieder schwer an mir, meiner Last tragen lässt. Ich nehme meine Tabletten normal ein und doch scheint es so, als würden sie mich abtreiben lassen. Der Gedanke der Mulitplität herrscht wieder sehr vor und manchmal vergesse ich die Sachen/Dinge, die ich getan habe. Sicher, von Außen betrachtet läuft alles. Ich funktioniere, wie ich es soll. Ich bin kreativer, ich scheine intelligenter zu sein. Mir fliegt in Gedanken so viel zu. Aber ich selber trage so sehr an mir, dass es zu einer Belastung wird. Und auch wenn ich manchmal denke, ich schaffe es nicht, so zeigt mir das Ergebnis dann wieder, dass ich doch stärker, zurechnungsfähiger bin, als ich mich für halte.

Es sind die Gedanken, die unsere Feinde sind. Die Anforderungen, die uns von Kindesbeinen an eingeimpft wurden. Wir müssen nicht perfekt sein. Und wir müssen auch nicht immer alles alleine schaffen. Und es ist ok auch mal Ängste zu haben. Zukunftsängste, Sorgen, Zweifel. Das hat jeder Mensch, egal ob psychisch krank, oder eben nicht. Aber da wir eben nun als psychisch krank abgestempelt sind, suchen wir immerzu nach dem Fehler. Wann falle ich aus dem Rahmen? Was ist nicht normal bei mir? Das schaffe ich sowieso nicht. Ich bin zu schwach, zu dumm, weiß zu wenig, das ertrage ich nicht mehr.

Werden wir dann einfach hindurch gezwängt, durch die momentan schwere Phase, überstehen wir es und werden dadurch sogar noch stärker. Wir lernen selber an uns was wir können und was wir imstande sind zu ertragen, auszuhalten. Wir trainieren also uns selbst, weil wir es müssen. Und wir wachsen immer weiter. Trotz der zusätzlichen Last, die wir noch tragen.

Genau deswegen kann so eine Diagnose auch nichts über uns aussagen. Sie packt uns in einen Rahmen, gibt uns eine Definition. Aber was wir dann daraus machen, das liegt rein an uns selber. Sicher, ist es nicht einfach. Gerade zu Anfang, wenn wir noch hilflos sind, sogar sehr schwer. Aber wir wachsen mit den Aufgaben, an die wir uns wagen. Und wir lernen niemals aus. Über uns, über Andere, über die Krankheit, über die Last, über die eigenen Prüfungen auf unserem eigenen Pfad.

Es ist ok Angst zu haben. Von Zweifel und Sorgen geplagt zu werden. Aber wir dürfen uns davon nicht abhalten lassen, ein so normales Leben zu leben, wie es uns eben möglich ist. Nach unserem Rahmen, nach unserer Last und wir müssen da auch keine hoch gesteckten Ziele erfüllen. Wir tun für uns alleine unser Bestes. Und genau das, reicht auch vollkommen aus…

Author: Nismion LeVieth

Bruno T. Schelig alias Nismion LeVieth. Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann.

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