Endlich ein Sonnentag

Heute war ein guter Tag. Die Sonne lachte und ich hatte frei. Natürlich habe ich es auch genossen und die freie Zeit genutzt. Heute morgen war ich erst beim #Psychiater, der mir meine gewünschte Dosis an #Risperidon abgesegnet hat. Außerdem wurde jedes extra Medikament jetzt weggelassen, da ich mich so gut fühlte und es lief. Des Weiteren habe ich mit ihr über diese Erinnerungen gesprochen, die immer aufkommen. Sie meinte es sei normal und würde in ein paar Monaten weggehen. Bleibt abzuwarten und zu hoffen. Kurz habe ich noch angesprochen, dass ich Probleme mit dem Erinnern habe. Ich mache automatisiert etwas und so 20 Minuten später weiß ich dann nicht mehr, ob ich es getan habe oder nicht. Sie nannte es Konzentrationsprobleme. Und meinte ich solle mal Urlaub machen. Den Verstand abschalten und mich entspannen. Wie ein Eimer, der zu voll geworden sei, müsste ich mich einfach mal ausleeren. Ein Rat, den ich gerne in Zukunft beherzigen werde. Der nächste verdiente Urlaub kommt bestimmt. 🙂
Später dann war ich beim Fressnapf und habe was Futter für meine Ratten geholt. Ich habe zwei kleine Ratten als Haustiere. Und bevor sich jetzt jemand hier ekelt, sie sind verdammt sauber und reinlich als auch super intelligent. Ich habe sie jetzt seit ca. 7 Monaten und sie sind mir sehr an Herz gewachsen.
Danach dann war ich in der Sonne. Etwas spazieren im Hofgarten mit einer Freundin. Mal abschalten und ein bisschen quatschen neben dem alkoholfreien Bier. Ich habe auch am Kiosk jemandem aus der Tagesklinik getroffen. Er sagte Hallo, überlegte dann ob er noch was sagen solle oder fragen, ließ es dann aber. Und ich sagte auch nicht mehr. Es bestand keinerlei Bindung oder auch ehrliches Interesse, deswegen war es im beidseitigem Einvernehmen, dass wir uns nur grüßten. 6 Wochen waren wir in der gleichen Station gewesen, aber er war ein Lebemann und nie besonders tiefsinnig gewesen, so mein persönlicher Eindruck. Ich erzählte meiner Begleitung kurz davon. Sie hat selber nur eine kurze Klinikerfahrung, ist aber raus aus dem Bereich und nimmt auch keine Tabletten mehr. Aber sie konnte es nachempfinden. Sie erzählte nur, dass sie noch Kontakt zu welchen aus der Klinikzeit habe.
Es ist schon erstaunlich, dass man da draußen mehr Menschen trifft, die bereits Klinikerfahrung haben oder wenigstens mit #Psychopharmaka in Berührung gekommen sind, als vollkommen blütenweiße, die niemals mit so etwas zu tun haben. So auf jeden Fall meine Erfahrung. Und trotzdem muss man immer überlegen, ob man jemandem jetzt von seinen Problemen erzählen kann oder ob man ihn damit nur verschreckt. Zu groß sind einfach die Vorurteile derer, die sich in diesem Bereich nicht auskennen. Und genau das ist es auch, was uns zu einem Doppelleben quasi zwingt. Ein Umstand, den man nur durch Aufklärung ausmerzen könnte. Und doch werden immer Vorbehalte bleiben, da die Medien einfach ein zu schlechtes Bild zeichnen, Vorurteile schüren als auch benutzen um Massentauglich zu sein und zu bleiben.
Jetzt bin ich zu Hause, trinke was Kaffee und entspanne. Um 3 vier Uhr muss ich wieder aufstehen. Habe leider Frühschicht und einen 10 Stunden Tag vor mir. Und heute, da erschien es auch mir so, als wenn ich gar keine Last hätte, die zu ertragen hätte. Als wäre alles ok und diese Probleme wären nur ein Traum. Da kann man mal sehen, was so ein bisschen Sonne und quasi mal Freiheit so ausmachen können. Ich hoffe Ihr habt den Tag auch genießen können? So schwer es auch manchmal ist, so muss man sich doch auch zwingen die Bude zu verlassen und an die frische Luft zu gehen. Und auch wenn man mal nicht mit jemandem reden will, so lohnt sich ein Besuch im örtlichen HBF. Viele Menschen, viele Eindrücke, viele Schicksale, ein Hauch, eine Ahnung vom normalen Leben. Will man keine Menschen um sich, dann einfach der Besuch im Wald, im Park. Hauptsache mal raus und etwas frische Luft. Und auch andere Menschen haben die Fähigkeiten einen abzulenken, aus Gedankenkarussellen zu befreien. Aber das nur am Rande.

Author: Nismion LeVieth

Bruno T. Schelig alias Nismion LeVieth. Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.