Die bezahlten Artikel – Käufliche Blogger?

Es gibt so einige Dienste, wo sich der Webmaster, vor allem natürlich Blogger, anmelden können, um für das Schreiben von Artikeln bezahlt zu werden. An für sich keine schlechte Sache, bekommen Journalisten, freier Natur oder festangestellt, ja auch ihren Lohn für die getane Arbeit. Aber irgendwie, könnte ich es nicht mit mir vereinbaren, über einem Artikel, direkt am Anfang diesen kleinen Satz stehen zu haben: “Bezahlter Artikel.”

Es geht mir nicht darum, irgendwen davon zu überzeugen, es nicht zu machen. Es ist eine sehr gute Alternative, um sich aus seinem ja augenscheinlichen Talent schreiben zu können, (warum führt man sonst einen Blog?) auch etwas “realeres” und direktes Geld zu holen. Neben AdSense und auch vielen REF Programmen, ist das sicher eine gute Alternative. Zieht man jetzt noch eine regelmäßige Angebotslage hinzu, so kann man sich einen netten Nebenverdienst aufbauen.

Im folgenden Stelle ich Ihnen ersteinmal einen Dienst vor.

Trigami

Sicher haben schon einige davon gehört. Er ist ja gerade im deutschen Bereich sehr verbreitet und ich denke ich kann ohne Probleme behaupten, dass er der Führende ist. Als Blogger meldet man sich bei diesem Dienst an und nachdem Ihre Seite aus der Versenkung in den Suchmaschinen aufgetaucht ist, sprich so einige Besucher und auch Artikel vorweisen kann, wird sie auch sicher für den Bereich freigeschaltet.

Sie bekommen dann ab und an eine Mail geschickt, wo Sie ein neues Projekt  vorgeschlagen bekommen. Das nehmen Sie dann an, durchleuchten meist eine Seite, ein Online Angebot, schreiben Ihren Artikel dazu und harren dem, dass da kommt. Danach bekommen Sie dann Bescheid über Bezahlung und dergleichen.

Das Problem

Will man sich etwas Geld dazu verdienen, so ist das eine simple Sache und ebenso leicht zu handhaben. Was mir persönlich aber ein paar Probleme verursacht, sind folgende Richtlinien.

Ich zitiere von der offiziellen Seite:

[…]Es sollte wenn immer möglich so fair, konstruktiv und respektvoll geschrieben werden, als würde man mit dem Auftraggeber ein persönliches Gespräch unter vier Augen führen.[…]

An anderer Stelle:

[…]Die Kennzeichnung (insbesondere der zur Verfügung gestellte Code) der Blogeinträge darf zu keinem Zeitpunkt verändert oder entfernt werden. Die Kennzeichnung muss immer ganz oben vor dem Anfang des Beitrages (d.h. zwischen Titel und Blogeintrag) angebracht werden.[…]

[…]Sobald ein erledigter Auftrag von Trigami akzeptiert und insbesondere vergütet wurde, dürfen die Inhalte nachträglich nicht mehr ohne Absprache mit Trigami verändert werden. Bitte für allfällige Nachträge einen neuen Blogbeitrag verwenden.[…]

[…]Blogger werden vergütet, sich mit dem Thema des Auftraggebers auseinanderzusetzen und darüber zu berichten, also sollten Abschweifungen vermieden werden. Weitergehende Bemerkungen können gerne in einem von dem Blogeintrag klar abgegrenzten Nachtrag oder noch besser in einem separaten Eintrag angebracht werden.[…]

[…]In den Beiträgen muss die Kommentarfunktion aktiviert sein, um es zum einen dem Auftraggeber zu ermöglichen Stellung zu beziehen und zum anderen die aktive Diskussion über das Produkt anzuregen.[…]

An für sich ist das alles nicht das Problem. Es handelt sich hier ja schließlich um eine Dienstleistung, für die man bezahlt wird. Man schreibt etwas und bekommt dann Geld dafür. Was mir aber nicht gefällt, ist die Tatsache, dass es Regeln darüber hinaus gibt. Denn so, wie es rüberkommt, werde ich als Blogger nicht für das Schreiben des Artikels bezahlt, sondern der Artikel wird in dem Sinne gekauft. Das heisst, es ist nicht mehr Meiner. Die Rechte über die Selbstbestimmung meiner vorher abgetippten Meinung, Rezension, liegen bei Trigami und man muss ganz klar erst um Erlaubnis fragen, wenn man etwas ändern will. Das heisst, finde ich jetzt etwas gut, schreibe meinen Artikel dazu und entdecke eine Woche später vielleicht, dass es etwas viel Besseres gibt, billiger, komfortabler oder ich sehe es auf einmal ganz anders, so habe ich die Befugnis nicht, den Artikel einfach zu löschen, zu ändern oder dementprechend aus einer gänzlich anderen Sicht neu zu schreiben. Und auch, wenn es so nicht in den Anleitungen steht, so darf ich garantiert nicht einen Artikel hinterherschieben, der das gleiche Thema, aber in Bezug auf eine andere Seite hat. Denn bezahlt wurde nur, damit Surfer auf ein Angebot aufmerksam wird.

Es gefällt  mir einfach nicht, dass es irgendjemanden geben soll, der die “Aufsicht” über meine Artikel hat. Was ich schreibe, sehe ich in genau diesen einem Moment so. In den nächsten zehn Minuten kann sich das ändern und ich schreibe vielleicht genau das Gegenteil in meinem nächsten Artikel. Das nennt sich Meinungsfreiheit. Habe ich aber ein wachsames Auge auf meinen Artikeln, meinem Blog, so ist das ganz einfach gehemmt.

Als Bsp.:

Bekäme ich von Trigami das Angebot, über einen Online DVD Shop zu schreiben und ich bewerbe ihn mit den blumigsten Worten, aber in meinem nächsten Artikel schreibe ich über das Downloaden von Filmen und z.B. Rapidshare, so werden die, die für den Artikel über den DVD Shop bezahlt haben, ganz sicher nicht die Füße still halten. Trigami wird sich also an mich wenden müssen und versuchen, eine Lösung zu finden. Im Endeffekt wird das dann bedeuten, dass der Artikel erst mal verschwindet und später veröffentlicht wird, oder auch gar nicht mehr. Mein Problem ist ganz einfach, die Freiheit, die verloren geht, sobald ich mich, mein Gedankengut oder auch nur einen einzigen Artikel verkaufe.

Der gekaufte Blogger

Sicher ist es nicht Trigamis Intention, Blogger zu manipulieren und Meinungen zu kaufen. Aber, sobald ich mich bezahlen lasse, oder auch nur den Wunsch hege, bezahlt zu werden, bin ich doch ganz anders eingestellt, als ich es normal wäre.

Ich will das Geld dafür, es gibt noch Mitkonkurenten, um so besser ich jetzt schreibe, um so mehr Geld, kann ich beim nächsten Artikel bekommen. Das heisst, meine Grundeinstellung bevor ich den Artikel abtippe, ist dem angebotenen Produkt gegenüber, erst einmal nur positiv, egal, was es ist. Ich werde es also bewerben. Natürlich wird man nicht dafür bezahlt, nur zu loben und anzupreisen. Aber es ist auch für zukünftige Artikel ganz sicher von Vorteil. Und egal, ob es das gleiche Angebot im Internet schon hundert Mal gibt, so preise ich automatisch nur das eine an, für Geld.

Denn über die anderen 99 habe ich nicht geschrieben. In dem besagten Artikel, darf ich sie nicht erwähnen, denn

(Zitat) Advertiser bezahlen für Aufmerksamkeit und Klicks

Und im Endeffekt verkaufe ich auch regelmäßige Leser, sofern die vorhanden sind. Die erwarten etwas von mir und wende ich mich jetzt “so etwas” zu, so wird doch Manches fragwürdig. Denn ich als Blogger, habe mich kaufen lassen. Die Freiheit der Meinung und auch der sonst beschriebenen Tools, ist futsch. Denn meine Besucher werden nicht mehr 100 Prozent auf mein Urteil geben.  Ich bin schon mal dafür bezahlt worden, wie ist es beim nächsten Mal? Es sind die Gedanken und Vermutungen, die sich im alltäglichen Besucher, der sonst nichts von solchen Diensten mitbekommt, bilden, die mich so etwas nicht machen lassen könnten.

Ich bin selber dort angemeldet. Und ich bekomme meine Vorschläge. Aber diese eine Satz, der über dem Artikel stehen soll  “Artikel bezahlt” , wird mich das nie und nimmer machen lassen. Meine Meinung, meine Artikel und auch ich, werden nie käuflich sein. Egal, wie oft ich meine Meinung in Bezug auf alles Andere wechselt, das käme mir nie in die Tüte. Ich würde aber auch nie Bannerplätze oder Links verkaufen. Ich weiss, google und jetzt auch gutefrage.net, aber das sind Sachen, hinter denen ich stehen kann, vor allem wechselt bei google ja die Werbung themenspezifisch. Aber selbst, wenn mir jemand 100.000 Euro bezahlen würde, für sagen wir ein Jahr festen Bannerplatz oder Link in der Sidebar, das gäbe es bei mir nicht. Einer meiner wenigen Grundsätze, an die ich mich auch halte.

Fazit

Ich will Ihnen garantiert nicht, diese Art von Diensten absprechen. Für Manchen sind sie eine gute und einfache Möglichkeit, um Geld zu verdienen. Und wer damit keine Probleme hat, der sollte es auch ganz klar machen.

Aber ich werde und kann so etwas nicht. Ich bewerbe Produkte nur, wenn ich dahinter stehe oder sie wenigstens für positiv erachte. Und vor allem, weil ich es in dem Moment will. Will ich es morgen nicht mehr, so schmeisse ich den Artikel raus? Oder auch nicht. Ganz einfach meine Entscheidung, über meinen Blog und meine Artikel und meine Werbung……die ich nicht freiwillig abgeben werde und will und schon gar nicht für Geld.

Es ist einfach meine eigene Meinung dazu. Ich sehe manchmal Kleinigkeiten etwas enger und bin manchmal sicher auch penibel, aber dieser Blog, diese Seite, präsentiert mich und mein Gedankengut, immer mehr, wie ich erkennen muss.

Wie seht Ihr das? Schreibt es und traut Euch ruhig auch genau das Gegenteil zu verteidigen. Dafür gibt es die Kommentare. ,-) Auch Ihr kommentarfaulen Suchmaschinenbesucher. Eure Meinung ist mindestens genauso interessant, wie von jedem Anderen.

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