Die bewusste Kontrolle über eigene Zustände zum Mythos einer Freiheit

Wir stellen uns in dieses Leben und wollen ganz wir selbst sein. Einen Freiraum besitzen, in dem wir einfach mal keine Maske tragen müssen. Eine Sehnsucht, der Wunsch danach, die wirkliche Freiheit schnuppern zu können. Aber keiner hat uns gesagt, bevor wir diese suchten, dass sie so gar nicht wirklich existiert. Wir sind im Grunde niemals vollkommen frei und können unbeschwert unser Leben leben. Nur, falls wir naiv und unschuldig unser Selbst nicht ganz wahrnehmen und die Umwelt einfach ausblenden.

Es gibt die Wünsche und Sehnsüchte, die uns versklaven und unser Bestreben in ihr eigenes Licht tauchen. Es gibt den Glauben, der unsere Taten auf ganz besondere Weise adelt, da die Intention rein zu sein scheint, egal was wir dann auch in Wirklichkeit tun. Es gibt die Hoffnung, die uns Motivation und Kraft für so einige Zeit gibt in der sie wirken kann. Es gibt die Gefühle, die manchmal unser Sein und Werden einfärben, hoch und nieder schicken und uns in der Lawine ihrer Kraft begraben können. Es gibt die Gedanken, die fremdbestimmt oder unter eigener Kontrolle, alles erschaffen können wonach es uns dürstet, wir im Innern ersehen. Sie können uns versklaven als auch der Weg in ein selbstbestimmtes Sein ebnen.

All das oben genannte, ist ein Weg, ein Mittel zum Zweck, um die eigene Freiheit leben zu können. Wir müssen, wir sollten aber, die bewusste Kontrolle über diese Kräfte übernehmen, um dem Mythos Freiheit nahe kommen zu können. Im normalen Leben tut man dies so nicht. Unser Geist, unsere Psyche, funktioniert von alleine und wir wandern von einer erschaffenen Realität zur nächsten. Ob diese jetzt fremdbestimmt ist oder nicht, sei einfach mal dahingestellt. Aber solange wir die Puzzleteile unserer Realität nicht bewusst selber legen, sie formen und maßgeblich mitgestalten, sind wir nur ein Wanderer auf fremden Pfad, der sein Schicksal in die Hände des Zufalls legt. Die höhere Macht wird alles schon richten und am Ende wird alles von alleine gut. Schön und wirklich ein Weg zu innerem Frieden. Denn man gibt die Freiheit des eigenbestimmten Handelns ab und legt die Hände voller Vertrauen in den Schoß. Viele machen das und so muss man es nicht kritisieren. Aber man kann es. Denn das ist es nicht, was es bedeutet ein freies, ein selbstbestimmtes Leben zu führen. Und ich wage zu behaupten, dass egal wer auch immer die höhere Macht sein sollte, je nach Glauben halt, diese es nicht so vorsieht, Marionetten zu erschaffen. Liebt man etwas, seine eigene Schöpfung z.B., dann will man sie wachsen und gedeihen sehen und mit Freude erkennen, wenn die Kinder aus dem Haus sind und ihre eigenen Entscheidungen treffen. Und es mag einen schmerzen, wenn sie einmal fallen und scheitern, aber das Aufrichten danach wieder von selbst, ohne fremde Hilfe, die alle Verantwortung abnimmt, ist ein maßgeblicher Part der eigenen Entwicklung, der durch ein Eingreifen nur unterbunden werden würde. Natürlich darf man die helfende Hand reichen, aber den Part der Arbeit, der Mühsal, des Kämpfens mit sich selber, den muss man einfach selber mit sich ausmachen. Sonst ist man dem Mythos der Eigenentwicklung zum freien Selbst nicht nur fremd, sondern läuft auch noch entgegengesetzt.

Freiheit bedeutet immer Arbeit. Man muss sich bewusstmachen, welche Kräfte auf einen wirken und in wie weit man diese der eigenen Kontrolle bewusst unterwerfen kann oder sich von eben solchen befreien kann. Dabei entwickelt man sich noch weiter, lernt nicht aus, fällt, richtet sich wieder auf, und wird langsam immer mehr zum Optimum des Selbstes, für das man vorgesehen ist, der eigene Pfad einen hinbringt und die Freiheit einen zu sich ruft.

Author: Nismion LeVieth

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. Des Sprechens niemals müde, des Schreibens nur in Liebe geknechtet, so gibt es Vieles, Manches noch mehr, im Namen der Dreien, die als dann nur Einer sind: Bruno T Schelig; B.T.Trybowski; Nismion LeVieth. Spuren, denen man folgen will, die findet man rein selber. Der Instinkt, an Neugier gebunden, er weist den richtigen Weg.

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