Wir kommunizieren und tauschen uns aus. Verständlich als soziale Wesen, die wir nun einfach mal sind. Wir wollen weitergeben, Neues erfahren und kennen lernen. Es ist ein Miteinander von uns verstandgesteuerten Individuen. Dabei gehen wir aber von Voraussetzungen aus, die eigentlich so nicht immer zutreffen. Wir gehen davon aus, dass das was wir weitergeben, auch so verstanden wird, wie wir es selber empfinden, denken. Aber was, wenn das nicht so ist? Was, wenn ein Dialog in zwei unterschiedlichen Menschen, vollkommen andere Ergebnisse erzielt? Ist eine richtige Kommunikation, wie der Grundgedanke es vorsieht, dann überhaupt möglich?

Gerade als Schreiberling, als Blogger, als Journalist benutzen wir die Worte als Grundgerüst und gehen einfach vom puren Verständnis aus. Aber vielleicht ist dem gar nicht so?

Der Grundgedanke der Kommunikation

Der Grundgedanke dahinter ist rein die Weitergabe von Informationen. Ein Austausch von Wissen. Dabei spielt es erst mal keine Rolle, worum es geht. Sind es Gefühle, sind es Erfahrungen oder ist es der funkelnde Gedanke, der das eigene Denken umstrukturiert?

Wir Menschen wollen weitergeben, was wir erleben. Wollen teilen und es Anderen verständlich machen. So läuft und funktioniert es in einer Gesellschaft. Einer gibt weiter und andere nehmen auf, die es wiederum vermischt mit Eigenem weitergeben.

Die Voraussetzung

Sie kennen das Spiel ganz sicher. (Stille Post) Jeder hat es schon selber erlebt. Damals als Kinder hat man es gespielt und den Sinn vielleicht noch gar nicht wirklich erfasst.

Einer flüstert es dem Sitznachbarn zu, dieser gibt es weiter und so wird eine simple Nachricht von einer Seite zur anderen getragen. Wie Sie selber damals erlebt haben, war das Ergebnis immer etwas Anderes, als die Ursprungs Botschaft.

In diesem kleinen unbedeutendem Spiel zeigt sich schon ein kleiner Faktor der die Kommunikation und Weitergabe von Wissen im Grundgerüst verschleiert.

Man erhält die simple Botschaft, wie: “Ich habe Hunger.” Am Ende kommt vielleicht raus, dass Mark gerne einen Hamburger essen will.

Aber dabei, hat er das so nie gesagt. Nehmen wir jetzt einfach mal raus, dass die Worte an sich nicht verstanden wurden und sich deswegen verändert haben. So zeigt uns das, ein kleines Modell von Kommunikation:

Person A sagt etwas. Person B soll die Botschaft erhalten. Wir betiteln die Botschaft jetzt mit X. Das heisst X soll von A nach B wandern. Eine simple Gleichung, wenn man so will.

Aber ich habe im vorherigen Artikel ( Die Theorie ) ja schon gezeigt, oder es wenigstens versucht, dass die Praxis im Endeffekt immer etwas anderes ist. Formeln lassen sich nicht immer auch auf Menschen anwenden, gerade wegen der vielen Unsicherheitsfaktoren, die wir selber beeinhalten.

Die Formel sähe also so aus:

A > B = X

Wirklich schön zu lesen.

Das setzt aber voraus, dass der Mensch B, die Botschaft X genau so aufnimmt, wie er sie bekommt.

Aber nehmen wir an, dass Person B gerade in einer schwierigen Phase ist. Was ist im Endeffekt egal. Sagen wir er hat sich gerade getrennt, vielleicht seinen Job verloren oder egal was.

Und Person A ist in der Höhe seines Lebens. Er ist befördert worden, er hat alles was er will.

Dann sind die Grundvoraussetzungen der beiden Personen unterschiedlich. Zumindest, was die emotionale Lage angeht.

Und gehe ich davon aus, so wird die Aussage, die von A kommt, so nicht B erreichen, denn er wird sie verändern. Seine eigene Sichtweise hat Einfluss auf das Ergebnis der Botschaft, die sein Gehirn erreicht und wie er sie deutet.

Machen wir es jetzt einfach mal komplizierter.

Traurigkeit zeigen wir durch den Buchstaben d und Glück durch den Buchstaben f.

Dann sähe die Formel so aus:

Af > Bd = Xd

Haben Sie es an der fertigen Formel erkannt?

Bei Person A ist die Botschaft X mit dem Einfluß von f losgegangen. Bei Person B kommt sie aber durch die eigene Lage mit dem d an. Was so aussehen würde:

A + Xf = B + Xd

Das Ergebnis wäre wieder ein vollkommen Anderes. Die Person B gibt jetzt eine vollkommen andere Aussage weiter, als sie vom Grundgedanken her von A erhalten hat. Aber A geht von seiner Aussage aus und wird deswegen nicht verstehen, was B aus der Botschaft gemacht hat. B wiederum versteht die Aussage von A total anders und reagiert in den Augen von A einfach nur falsch. Das Ergebnis ist Streit, Missverständnisse und was nicht alles noch kommen kann.

Das praktische Beispiel:

Es gibt ein wirklich einfaches Beispiel ohne Formeln, wie wir es im Alltag zu oft sehen. Gerade in Beziehungen ist die Kommunikation überladen von Emotionen. Im Normal Fall wäre es die Liebe und die gemeinsame Zukunft die man plant. Diese gibt einem die Grundlage vernünftig zu kommunizieren, da der Nenner, der dem zu Grunde liegt der Gleiche ist.

Und jetzt nehmen wir den Streit dazu. Es kommt zu Missverständnissen, zu Reibereien, die sich hochschaukeln. Warum funktioniert in diesem Moment die Kommunikation nicht?

Weil der gemeinsame Nenner nicht vorhanden ist. Einer fühlt sich betrogen, ein anderer übergangen und nicht wahrgenommen. Jeder zieht seine eigenen Schlüsse und die Voraussetzungen, die Emotionalität, die in jeder Person vorherrscht, verändert den Nenner und macht ihn zu Gegensätzen.

Das heisst, der Mann sagt etwas, aber die Frau wird es total anders verstehen. Und wie lösen wir die Formel? Wie bekommen wir es hin, dass es wieder zu A > B = X wird?

Indem wir auch die Platzhalter d und f weitergeben. Damit A versteht, was in B vorgeht und B versteht, was in A vorgeht.

Das heisst, in einer normalen Kommunikation, wo die Voraussetzungen nicht die Gleichen sind, muss noch eine parallel Unterhaltung geführt werden, die nicht die eigentliche Botschaft enthält, sondern nur die emotionale Lage.

Als Formel:

A > B = f

A > B = d

Und daraus kann sich dann so etwas bilden:

Afd > Bfd = X

Wir müssen also die gleichen Grundlagen im Gesprächspartner schaffen, damit die Kommunikation wirklich funktioniert.

Sie kennen das bereits in Ehe Krisen. Da wird dann eine dritte Person hinzugezogen, die alleine dafür da ist, um die kleinen Variablen f und d von Partner zu Partner zu geben. Da sie es selber einfach nicht können. Diese dritte Person fungiert in gewisser Weise als Übersetzer. Damit A und B sich normal austauschen können. Und erst wenn die kleinen Variablen wieder die gleichen sind, bei den jeweiligen Gesprächspartnern, funktioniert auch die Kommunikation wieder.

Das Ergebnis?

Eine überstandene Ehe Krise? Eine Versöhnung? Ein abgewiegelter Streit? Und vor allem eine veränderte Sichtweise des Anderen.

So kompliziert wie es sich jetzt angehört hat, so einfach ist es eigentlich auch in der Praxis durchzusetzen. Nur muss dafür auch jeder der beiden Parteien, diesen Knackpunkt verstehen.

Der unmögliche Dialog

Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Punkt, dem der Artikel gewidmet ist. Ich schreibe Ihnen hier eine Erklärung. Aber woher weiss ich, dass Sie es auch so verstehen? So überhaupt verstehen können? Dass die kleinen Variablen f und d meine ganze Botschaft nicht versauen?

Gar nicht.

Und das ist das Problem. In der Wirklichkeit ist alles noch komplizierter. Es gibt nicht nur f und d. Im Endeffekt würde das ganze Alphabet nicht ausreichen, um alle Einflüsse darstellen zu können. Wir haben es nur für das Verständnis so weit vereinfacht, dass wir die Einflüsse in der Erklärung selber so gering wie möglich halten konnten. Deswegen die Mathematik, deswegen Formeln. Denn normalerweise sind diese emotionsfrei und das beste Medium zur Weitergabe, die jeden Menschen erreichen kann.

Schreibe ich also einen Artikel, so kann ich nur versuchen, Sie, meinen Leser, in die Lage zu bringen, in der ich Sie zum Verständnis brauche. Ich schüre als vorher schon Emotionen, bringe sie zum Denken in die richtige Richtung, damit Sie das Ende überhaupt so wahrnehmen können, wie ich es in meinem Gehirn abgespielt habe.

Aber was, wenn das nicht funktioniert?

Dann kann ich noch so weise, noch so genial, noch so richtig schreiben, Ihnen alle Erklärungen liefern, aber Sie werden es gar nicht so aufnehmen können, wie ich es schreibe. Und weiss ich das nicht, so sind meine eigenen Voraussetzungen, meine eigenen kleinen Variablen vollkommen anders, als die Ihren. Ich schreibe und Sie verstehen es gar nicht. Sie können es gar nicht so verstehen, wie ich es weitergeben will.

Wir kennen das aus unserer Menschheitsgeschichte nur zu genau.

Die großen Denker der alten Zeit. Die Philosophen, die Genies, wie wir sie uns auch heute noch wünschen würden.

Warum dauerte es so lange, bis wir sie wirklich verstanden haben? Ihr Genie erfassen konnten?

Weil ihnen diese Erkenntnis, wie oben beschrieben fehlte.

Sie lebten so sehr in ihren eigenen Welten, mussten sich so sehr darauf einlassen die großen Probleme weiterzuverfolgen, dass die Grundvoraussetzungen für einen normalen Geist, gewissermaßen verwischt wurden. Um so größer das Genie, um so weiter entfernt vom Durchschnitt. Aber es ist der Durchschnitt, für den diese tollen Erkenntnisse von Nutzen sein sollen.

Eine Genie, dass sich nicht mitteilen kann, ist nutzlos. Die Denker unserer Vergangenheit haben wir Jahrzehnte später verstanden. Aber nur, weil sich andere Menschen in deren Verstand eingedacht haben. Versucht haben, deren Gesetzmäßigkeiten zu verstehen. Und diese Menschen, wie vorher auch die dritte Person, haben es für die Allgemeinheit übersetzt.

Genie und Wahnsinn, nicht wahr?

Wir stempeln es als Wahnsinn ab, weil wir es nicht verstehen können. Und der Wahnsinnige kann sein Genie nicht weitergeben. Ironisch, auf seine eigene Weise.

Aber selbst im kleinen Level des Dialoges sehen wir diese Verbindungen. Diese ungeklärten Faktoren, die nur eine Kommunikation möglich machen, wenn alles das Gleiche ist. Wir benutzen es jeden Tag. Doch verstehen wir es auch?

Sie dürften es jetzt. Vielleicht erahnen Sie es auch nur. Auf jeden Fall wissen Sie jetzt, dass das was Sie vom Anderen verstehen, vielleicht überhaupt gar nicht das ist, was er Ihnen sagen will. Und das ist schon ein riesen Erfolg. In meinen Augen.

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The Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."

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