Das leere Blatt liegt vor mir – Wenn die Wahrheit sich bildet und mehr Bestand verdient als der Sprechende

Das leere Blatt liegt vor mir. In all seiner Reinheit, in seiner Unberührtheit präsentiert es sich mir einladend. Auf dass ich These, Wissen, vielleicht auch Querdenkerei auf ihm verewigen kann. Es ist wie das Portal in eine eigene Freiheit, denn es gibt mir nichts vor, es schränkt mich nicht ein und es gibt mir die Möglichkeit zu erschaffen, was ich eben gerade will. Es erwartet noch nicht mal von mir, dass ich es fülle. Es könnte als Weiß weiter bestehen, ohne dass ich etwas darauf verewige.

Ich lege die Finger auf die Tastatur und lasse fließen, was der Moment gerade sprechen will. Ich weiß selber noch nicht, was sich bilden wird und bin nur der Mittler freischaffender Kreativität. So verkomme ich zum Medium der Gedanken, die in mir vorherrschen. Derer ich mir vor dem Schaffensprozess noch nicht bewusst bin. Und in dem ich etwas erschaffe, bilde ich mich, meine Gedanken und einen Hauch an eigener Kunst.

Natürlich gebrauchts der Übung, so etwas jeden Tag zu machen. Aber wie die antrainierte Fähigkeit, weiß ich zu rechten Zeit, worüber ich schreiben will. Ich lege die Finger auf die Tastatur und etwas bildet sich von alleine.

Ich bin dankbar für diese Art des Schaffens. Denn genau in diesem Moment vergesse ich alles Andere und konzentriere mich auf eine neue Idee, die sich bilden will. Ein Funken nur, den ich weiter ausforme, bis daraus eine Botschaft sich bildet und etwas erschaffen wird, das in den Weiten des Internets Bestand hat und meine Sein, mein Wissen, einen Mosaikstein meiner Wahrnehmung abbildet.

So erschaffe ich im Grunde auch mich selbst. Ich male in Kreativität mein Wissen, formuliere eine Idee aus und präsentiere mich, mein Sein, mein Gedankengut, auf dass Andere ihm folgen dürfen. Sicher, freut es mich, wenn es gelesen wird. Wenn es Reichweite erreicht und sich in den Weiten des Internets verbreitet. Aber der Moment des Erschaffens ist rein und ohne Hintergedanken. Ich mache es nicht, um verbreitetes SEO zu füttern oder ein Keyword zu verewigen. Dafür habe ich andere Artikel. Diese freischaffenden Artikel, so wie dieser hier, die schreibe ich, obwohl ich weiß, dass sie die Suchmaschinenbesucher gerade nicht anziehen. Sie sind ein Beweis für meine innere geistige Freiheit, die ich mir erhalten habe.

Und obwohl ich Geld mit Anzeigen verdienen könnte, habe ich diese nun ausgeblendet, da sie die Reinheit meiner Intention schmälern. Man soll lesen, was ich bereits erschaffen habe und in den erschaffenen Momenten meiner Worte  aufgehen, sich vielleicht verlieren, bis man findet, was man vorher gar nicht gesucht hat. Dann findet sich der Kern meiner Intention. Die allumfassende Freischreiberei ohne Hintergedanken. Einfach, weil ich es kann, weil ich es will, weil ich es vielleicht auch muss. Um mir selber meine Freiheit zu erhalten, sie mir immer wieder aufs Neue zu beweisen.

Und dabei spielt es keine Rolle, wer ich in der Realität bin. Ich kann jede These, jede neue Wahrheit ausformulieren und sie als Mittler in die Wirklichkeit des Internets stellen. Ich selber, verkomme da nur zu einem Namen, den es braucht, der aber für die Wirkung einer These nicht von Belang ist. Und ich habe kein Problem damit, in den Hintergrund zu rücken, wenn eine These an Form gewinnt und über die Macht meiner Existenz hinauswächst. Denn die Wahrheit ist mir immer mehr Wert als es mein Sein zu präsentieren sein könnte.

 

0 Antworten auf “Das leere Blatt liegt vor mir – Wenn die Wahrheit sich bildet und mehr Bestand verdient als der Sprechende”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.