Sie kommen. … Nicht, dass es ungewöhnlich wäre. Es passiert einfach zu oft und sie kommen immer wieder. Nicht die Gleichen, immer Andere. Aber eines haben sie alle gemeinsam. … Ihr Ende.

Sie betreten den Hauseingang, leise und schleichend mit gezogenen Waffen. Sie sprechen kein Wort, kein Flüstern. Selbst ihre Atmung unterdrücken sie. Doch es ist unnütz, auch wenn sie es glauben. Die zehn Stockwerke, die ich mich über ihnen befinde, trennen meine Sinne doch nicht von ihnen. Ich höre selbst hier ihr Herz, das Strömen, das mich so sehr ruft. Es drängt mich und nagt an mir, sie zu nehmen. Ein paar Sekunden nur und es wäre mein. Die Gier würde verstummen, …für eine kurze Zeit.

Als Jäger bezeichnen sie sich. Ganz nach dem Vorbild, das ihnen ihre Geschichten vorgeben. Der Holzpflock in der Tasche, die Silberkugeln in der Pistole. Bringen wird es ihnen nichts. Aber es ist aufregend zu spüren, wie sie sich selber hochschaukeln. Die Muskeln gespannt, die Wahrnehmung auf Äußerste gereizt. Der Erste betritt vorsichtig die Stufen, gibt die Handzeichen für die Anderen. Er schaut nach oben. Natürlich sieht er nichts. Wie sollte er auch. Er ist blind, nur ein Mensch. Die wahre Schönheit, die sich nur in der Nacht entfaltet, wird er nie erblicken.

Soll ich ihn verwandeln? Ich spiele es kurz durch, merke, wie sehr es mir Abwechslung verschaffen könnte. Ein Tag, eine Woche, ein Monat. Bevor ich seiner überdrüssig werde und ihm seinem vorbestimmtem Schicksal zuführe. Nein heute nicht. Vielleicht demnächst wieder. Und wenn dann doch lieber ein weibliches Wesen, dass der Schönheit würdig ist.

Sie sind unwissend. Sie kommen vom Orden, aber man scheint sie nicht aufgeklärt zu haben. Sonst würden sie nicht so achtlos an jeder Ecke vorbeischleichen ohne hinter sich zu blicken. Sie wissen, dass ich hier oben bin. Sie wollen meinen Kopf, mein ewiges Leben. Für den Triumph, die Ehre. Für ein Gutes, wie es längst verschlungen wurde. Aber es sind die Schatten, die mir gehorchen. Ein Wesen der Schatten bin ich und als solche benutze ich diese. Vampir, wie sie es so leichtfertig aussprechen. Doch, sie wissen wirklich nichts. Ich könnte in die Schatten gehen und zwischen ihnen sein, bevor sie nur wüssten was geschehen war. Keine Schnelligkeit, keine übernatürliche Kraft. Alleine ihre Überraschung würde mich siegen lassen.

Aber es wäre zu einfach? Soll ich nicht warten bis sie hier oben sind? Ihre Ausdünstungen und die Spannungen auffangen, mich in ihnen suhlen und anstecken lassen? Das wäre ein Vorspiel, das letztendlich nur noch ihr Blut krönen könnte.

Ein Geräusch im Treppenhaus. Die Gruppe hält den Atem an, stockt mitten in der Bewegung. Es widerholt sich, wird lauter und nimmt melodische Töne an. Der Vorderste greift in seine Jacke und holt eines dieser modischen Geräte hinaus. Es hat sich so viel verändert zu dieser Zeit. Viel, sehr viel, das mit dieser Technik einhergeht und meinen doch übernatürlichen Verstand wirklich fordert.

Das Gerät wird wieder in die Jacke gesteckt, und die Gruppe macht einen Rückzug. Enttäuscht bemerke ich, dass die Aufregung vollkommen verschwunden ist. Erleichterung und fast eine Sorgenfreiheit, die nun in ihnen vorherrscht. Sie wurden zurückgerufen, wie ich verstehe. Die Haustür wird wieder geöffnet und sie verlassen mit trippelnden Schritten das Gebäude.

Durch das Fenster sehe ich, dass sie in den schwarzen Mercedes einsteigen und losfahren. Nein, so einfach nicht. Ihr seid als Beute zu mir gekommen und werdet nicht wieder als freie Menschen gehen.

Ich springe . … Die Glasscheiben schneiden in meine Haut, hinterlassen kleine Wunden, die sich sofort wieder schließen, bevor auch nur ein einzelner Tropfen hinausgleiten kann. Die vorbeisausende Luft schneidet scharf in meinen Ohren. Aber auch das macht mir nichts aus. Ich kann es einfach abstellen. Ein Aufprall, der mich kurz zusammenzucken lässt. Ein Stoß, der durch meine Knochen schnellt, aber keine Spuren hinterlässt.

Sie sind noch nicht weit gekommen. Halten vorne an der Ausfahrt. Als ich näher komme, höre ich ihre Stimmen. Sie beratschlagen, wo sie kurz stoppen sollen. Eine Pizzeria oder Fast Food.  Sie wissen es noch nicht, aber der Einzige, der hier Nahrung aufnehmen wird, bin ich.

Ich gehe seitlich an den Wagen heran. Sie sind so vertieft in ihre Diskussion, dass sie mich nicht einmal bemerken. Kein Schrecken, kein Argwohn, so wie ich es mir gewünscht hätte. Und ich merke, dass ich kein langes Spiel will. Ich reiße die Autotür aus der Halterung. Das Metall verbiegt sich kreischend, die Schrauben brechen heraus. Meiner Kraft haben sie nichts entgegenzusetzen. Alle drei blicken mich an, erstarrt vor stummen Erstaunen. Und das ist das letzte, was sie in ihrem menschlichen Leben noch empfinden. Nur ein paar Sekunden, die ich ihnen gelassen habe. Ein Griff an die empfindliche Stelle dieser Menschen am Hals und sie erschlaffen. Zwei sind tot und den Einen nehme ich mir. Ich grabe meine Zähne in seinen Hals und spüre das warme Blut meine Kehle hinunterfließen. Es dringt in meine Adern ein, findet den Weg zum Herzen und füllt mich mit Leben aus. Mit Gefühlen und Gedanken, des endenden Lebens. Es war der Anführer der drei. Eine Tochter und eine Frau, die zu Hause auf ihn warten. Vielleicht gehe ich sie nachher auch noch besuchen? Der Körper erschlafft so schnell und mein Hunger ist noch lange nicht gestillt.

Ich wende mich von dem Wagen ab und blicke zu den Lichtern der Stadt. Vieles kann ich empfangen. Gedanken und stumme Gebete, die um Erlösung bitten. So Manchem werde ich sie heute Nacht noch erfüllen. Und morgen? Da werden es noch ein paar mehr. Denn ich habe die Ewigkeit, die Unendlichkeit für ein Dasein, das nie endet. Und in mir brennt ein Hunger, der nie gestillt sein wird. Ich habe es mir nicht ausgesucht und doch habe ich gewählt. Ich mache mich auf den Weg und betrete die Straße. Quietschende Reifen und verbranntes Gummi auf dem Asphalt. Der Wagen kommt vor mir zu Stehen. Der Fahrer schreit mich durch das Fenster an. Ich ignoriere es einfach. Das nächste Opfer und noch mehr Leben. Man meint es heute wirklich gut mit mir. Blut brauche ich und es findet mich auf seine eigene Weise. Wer will sich beschweren?

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Bruno Schelig

Schriftsteller, Schreiberling und kreative Seele. "Sag mir, wer ich bin und ich sage Dir, was Dein Denken Dir erlaubt. Male das Bild meiner Persönlichkeit und ich male Dir Deine Seele. Denn was Du in mir zu erkennen glaubst, ist das Spiegelbild Deiner Selbst. Meine Handlungen unterliegen nur Deinen Deutungen, Deinem Denken und dem halbblinden Augen des Betrachters, der mein Ich nur als sein Wesen akzeptieren kann."