Als ich verlor … als ich fand

Ich erinnere mich an eine Zeit, in der es mich nach Liebe dürstete. Dann erfasste mich die Realität und während ich auf den Boden der Wirklichkeit aufschlug, spuckte ich die letzten Tropfen der Hoffnung aus. Nun lag ich also dort. In Mitten der geplatzten Träume und begutachtete den Scherben Haufen dessen, was ich einmal Liebe nannte.

Wie der Phönix aus der Asche erhob ich mich wieder. Aber ich ließ damals etwas zurück. Die rosarote Brille des Verliebtseins, sie würde nie mehr passen, so schloss ich den Pakt mit dem Teufel des Selbst. Und die Jahre striechen ins Land, in denen ich alleine meinen Pfaden durch dieses Leben folgte. Und wirklich, ich war stärker geworden. Hatte ich doch gelernt, meine Wahrheit nur in mir selber zu suchen und nicht im Außen eine Leere zu füllen, die nimmersatt niemals ein Ende finden würde.

Erst als ich nicht mehr suchte, fand ich mich selber. Erst als ich der Einsamkeit die Pforten öffnete, fühlte ich mich nicht mehr alleine. Erst als ich am Boden lag, lernte ich das Aufrichten. Und erst als ich mich selber fand, verlor ich die Abhängigkeit von Anderen.

So hat der Scherbenhaufen mir damals gezeigt, dass erst die Splitter im eigenen Glanz zu leuchten vermögen. Dass erst die Tropfen der Tränen einer Trauer zu kristallenen Diamanten verewigt sein können. Und auch, dass auch wenn man alles verliert, noch lange nicht alles verloren ist.

Es hat Jahre gedauert, bis ich mich selber gefunden habe. Und Jahrzehnte, bis ich auch nur mit mir glücklich bin. Aber es war eine Lektion, die ich jedem weiteren Menschen nur ebenso empfehle. Nicht unbedingt Trauer, nicht Schmerz, nicht Einsamkeit, aber das Ergebnis so für sich. Ein Selbst, das nur für sich selber kann.

Ich will diesmal, in diesem Text, mal nicht auf Andere zeigen, sondern meine eigene kleine Lehre zum Besten geben. Denn so unbedeutend sie auch scheint, so sehr ist sie ein Weg zur eigenen Freiheit. Sicher, es geht nicht darum, niemals andere zu brauchen. Jeder braucht auch einfach mal Hilfe. Aber hat man einmal einen gewissen Status der Selbsterkenntnis erreicht, kann ihn niemand mehr einem wegnehmen. Und das bedeutet wiederum eine geistige Freiheit, die erstrebenswert ist. Ein Jeder sucht etwas, aber das Geheimnis ist das Finden, des Selbst, des Ichs, der eigenen vollkommenen Existenz.

Ich will nicht lügen. Auch jetzt dürstet es mich manchmal noch nach Liebe, nach Geborgenheit, nach Wärme, nach trauter Zweisamkeit. Aber die Suche danach ist nicht mehr mein Lebensinhalt. Ich wünschte es mir und weiß ich werde es wieder bekommen. Aber es ist egal geworden, wann es so weit ist. Ob heute, ob morgen, ob in einem Jahr. Denn ich habe mich und das kann mir keiner nehmen.

So Finden wir uns in dem wir nicht suchen. So lernen wir Wahrheit in dem uns keiner lehrt. Und so begreifen wir nur durch eigenes Wissen. Denn alles was wir brauchen, für dieses Leben, für diesen unseren eigenen Pfad, befindet sich bereits in unserem Innern verewigt. Es ist nur die Frage der Zeit, wann wir uns nicht mehr vom Außen ablenken lassen und einmal in Ruhe, in Stille, wahrhaft nach Innen blicken.

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